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Kibbuz im Norden Israels
Kibbuz im Norden Israels

Kibbuz im Film

Veröffentlicht am Freitag, 13. Januar 2012

Stiftung Bauhaus Dessau zeigt anlässlich ihrer Kibbuz-Ausstellung am Donnerstag, 19 Uhr den Dokumentarfilm „Hazorea – ein Kibbuz im Norden Israels“ von Ulrike Pfaff.

Der Kibbuz Hazorea wurde 1934 von Hanna Oppenheimer, Raja Nehab und anderen deutschen Juden, die vor dem NS-Regime nach Palästina fliehen mussten, im Norden Israels nahe Haifa gegründet. Heute ist die Siedlung Heimat für etwa 1.000 Menschen. Ihre Gründer sind mittlerweile über 90 Jahre alt und müssen erkennen, dass ihre Enkel nicht mehr nach ihren kommunistischen Idealen leben wollen. Viele haben den Kibbuz längst verlassen. Ulrike Pfaff nähert sich Hazorea in ihrem Dokumentarfilm aus der Perspektive der jungen Generation, die einen durchaus kritischen Blick auf die Utopien der Kibbuzbewegung hat – und dem Ort ihrer Kindheit doch auf vielfältige Weise verbunden bleibt.

Zwischen Reformversuchen und dem Willen zur Bewahrung der eigenen Identität zeichnet der Film das Bild einer Bewegung, die in einer zunehmend leistungsorientierten Gegenwart nach einer Zukunft für ihr Gesellschaftsideal sucht. Hazorea wird so zum Spiegel der israelischen Gesellschaft selbst, die nicht erst seit dem Israelischen Sommer 2011 um ein neues, sozialeres Wertesystem und eine gerechtere Gemeinschaft ringt. Und genau hier liegt der Hintergrund, vor dem das Modell des Kibbuz neue Aktualität gewinnt.

Ulrike Pfaff kennt das Leben im Kibbuz aus eigener Erfahrung. Kurz nach dem Abitur ging sie 1997 selbst nach Israel, um als Volontärin in einem Kibbuz zu leben und zu arbeiten. Sie war nachhaltig fasziniert von dem Ort und seinen Menschen – und ist seitdem immer wieder zurückgekehrt. Die Veränderungen in den Kibbuzim, denen sie in „Hazorea – ein Kibbuz im Norden Israels“ nachgeht, kennt sie deshalb aus erster Hand.

Die Stiftung Bauhaus Dessau zeigt den Film anlässlich der Ausstellung „Kibbuz und Bauhaus – Pioniere des Kollektivs“. Der Eintritt zur Filmvorführung ist frei. Eigens für diesenAbend ist auch die Ausstellung im Werkstattflügel des Bauhausgebäudes längergeöffnet – Besucher haben nach dem Film noch bis 21:30 Uhr Zeit, einen Blickauf die Geschichte der Kibbuzim in Israel zu werfen.

Hazorea – ein Kibbuz im Norden Israels
19. Januar, 19 Uhr im Bauhaus, Dessau
Weitere Infos gibt´s unter: www.bauhaus-dessau.de
Foto: unbekanntes Gebäude, Aufnahme aus den 1930er Jahren, Architekt: Richard Kauffmann | © The Central Zionist Archive

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