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August 2017
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Abschied von Alma
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"Es ist wie es ist. Nicht." - Finissage und Abschiedparty

Veröffentlicht am Donnerstag, 29. Mrz 2012

Kreativ im Umgang mit der Wirklichkeit sind nicht mehr die Künstler, sondern die Technokraten in Politik und Wirtschaft. Das ist die Überzeugung der drei Künstler des Kollektivs WUESTend. „In den täglichen Nachrichten werden surreale Rettungsschirme angekündigt, absurde Zahlenkolonnen aufgetürmt und Worte erfunden, als hätten Dadaisten die Macht übernommen.“ sagt der Dessauer Videokünstler Henry Mertens. Trotzdem oder gerade deshalb setzt das WUESTend-Team dem Begriff „alternativlos“ eine andere Sichtweise entgegen, mit der Ausstellung „Es ist wie es ist. Nicht.“ in der Dessauer Galerie Alma Refugium.

Dem eigenen Selbstverständnis nach ist WUESTend eine Gruppe von Medienkünstlern. Die drei Akteure Gerrit Heber, Henry Mertens und Uli Wittstock arbeiten sowohl analog wie auch digital mit Texten, Sounds und Videoformaten, die mitunter zu multimedialen Installationen zusammengefasst sind. „Uns faszinieren auch die Falschausgaben, die bei Kopier- oder Übertragungsvorgängen entstehen - die Fehler der Signale“ so der Musiker und Tongestalter des Teams, Gerrit Heber.

Die Technik ist dabei allerdings nur die Voraussetzung, nicht der Inhalt der Arbeiten. Darauf verweist der Texter der Gruppe, Uli Wittstock: „Ich glaube, dass es den Menschen wieder mehr um Erzählungen geht und deshalb setzen wir auf das Prinzip Keilschrift, allerdings nicht mit Hammer und Meißel, sondern mit digitalen Mitteln.“ In Dessau zeigen WUESTend eine Reihe von neuen Arbeiten, unter anderem Collagen, in die Verwaltungsakten des Landes Sachsen-Anhalt eingearbeitet sind. Aber auch der Krieg in Afghanistan oder ein etwas fragwürdiger Heimatbegriff werden thematisiert.

Die Finissage zu "Es ist wie es ist. Nicht" beginnt am Freitag um 19 Uhr, alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Gleichzeitig dient sie auch als Abschiedsfest der Galerie Alma Refugium, die mit dem Monatsende ihre Türen schließt.

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