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Ausstellung: Entfernung von der Truppe – Kriegsdienstverweigerung und Desertion im Dritten Reich
Ausstellung: Entfernung von der Truppe – Kriegsdienstverweigerung und Desertion im Dritten Reich

Ausstellung „Entfernung von der Truppe“

Veröffentlicht am Dienstag, 22. Mai 2012

Einem lange Zeit tabuisierten Kapitel der deutschen Kriegs- und Nachkriegsgeschichte widmet sich ab Mittwoch, den 23. Mai, eine neue Ausstellung in Bernburg. Im Mittelpunkt steht eine oft diskreditierte Gruppe von Opfern des Nationalsozialismus: Deserteure, die lange als „Fahnenflüchtige“, als „Drückeberger“, und nicht als Kriegsopfer betrachtet wurden.

Entsprechend lange dauerte es, bis die Wanderausstellung des „Friedensbibliothek-Antikriegsmuseums der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz“ entstand. Der Bremer Ludwig Baumann, Vorsitzender der Vereinigung “Opfer der Nazi-Militärjustiz”, kämpfte unter großem persönlichen Einsatz für ihr Zustandekommen. Baumann war 1942 selbst desertiert, weil er sich an den Verbrechen des Krieges nicht mitschuldig machen wollte. Gefängnis, Konzentrationslager und Strafbataillon folgten. Noch bis 2002 galt er als vorbestraft. Erst dann wurden die Urteile der NS-Militärjustiz durch einen Beschluss aufgehoben. “Den Kriegsdienst im Dritten Reich zu verweigern, das war das sichere Todesurteil”, so Ludwig Baumann.

Im Rahmen der Ausstellung werden mehr als 250 Schwarz-Weiß-Fotografien gezeigt, unter der Überschrift “Sie wollten nicht töten” werden 42 Deserteure mit stichwortartigem Lebenslauf vorgestellt. Unterschiedliche Motive trieben diese Männer zu Flucht, Selbstverstümmelung oder einer offenen Verweigerung. Die Ausstellung „Entfernung von der Truppe – Kriegsdienstverweigerung und Desertion im Dritten Reich“ wird bereits am Dienstagabend um 19 Uhr im Bernburger Kulturzentrum „Hotel Wien“ eröffnet, zu sehen ist sie anschließend bis zum 1. Juni täglich von 14 bis 18 Uhr. Gruppen können sich auch für Vormittagstermine anmelden.

Foto: Veranstalter

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