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April 2017
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Burgfest auf der Walternienburg
Burgfest auf der Walternienburg

Tausendjährige Burg feiert Anhalt

Veröffentlicht am Freitag, 29. Juni 2012

Am 30. Juni und 1. Juli kehrt die Vergangenheit nach Walternienburg in der Nähe von Zerbst zurück. Unweit der Elbe findet man die alten Gemäuer der einstigen Wasserburg, die auch dem Ort den Namen gab. Im Jahre 999 hatte Kaiser Otto III. den Besitz seiner Schwester Adelheid geschenkt und diese Urkunde wurde das erste sichere Zeugnis der Anlage. Im Jubiläumsjahr „800 Jahre Anhalt“ wird am besagten Wochenende auch die mindestens 200 Jahre ältere Walternienburg ihre Visitenkarte abgeben und ein großes Fest feiern.

Besucher können Szenen erleben, die sich so vielleicht vor Jahrhunderten auf der Walternienburg abgespielt haben mögen. In der elften Stunde des Tages öffnet ein Markt, bei dem Handwerker und Krämer all die Dinge zum Kauf anbieten, die man für den Alltag im Mittelalter benötigt. Schwerter, Leder, Hörner, Hüte, weite Mäntel, Messer, Krüge und allerhand Geschirr. So kann man kunstvolles Handwerk aus längst vergangener Zeit bestaunen und hautnah miterleben.

Herold Thomasius führt nicht nur durch das Programm, sondern auch über den Markt. Beim Töpfermeister Jürgen „möge man sich an die Töppchen-Scheibe setzen und versuchen, sich einen Krug selbst zu drehen“ wirbt er für einen Kunsthandwerker aus Berlin. Nebenan könne man sich einen Löffel schnitzen oder beim Schmied, zwei Stände weiter, „möge man sich gar selbst den eigenen Sargnagel schmieden.“ Wenn es eher die edlen Metalle sein dürfen, wäre man beim Goldschmied an der richtigen Adresse. Ausgefallene Einzelstücke werden dort mit viel Liebe und Anmut angepasst.

Zwischen all den Handwerkern, Krämern, Garbrätern und Mundschänken werden die Spielleute „Fidelius“, der Gaukler Ferdinand, der Kraftartist „Eisenhans“ und der Seiltänzer und Ausnahmeartist Walter von der Weide auftreten. Letzterer ist unter anderem bekannt für die „Rolle Rückwärts auf dem Hochseil“ und ein fünf Meter hohes Kartenhaus, welches er vor den Augen der staunenden Zuschauer errichtet, um dann auf der Spitze einen Handstand zu machen.

Einige edle Recken in Rüstungen werden miteinander um die Gunst anwesender liebreizender Damen kämpfen. Sehr zur Freude der Kinder, denn „Rotznasen sind unsere großen Fans“ erklärt Ritter Roger vom Gleisberg, der Anführer des Rittertrupps.

Wenn die Herren nicht gerade aufeinander losgehen, bewachen sie das Eingangstor zur Burg. „Hier darf nur passieren, wer den Wegezoll in klingender Münze gezahlt hat“ erfährt man bei den mit Harnisch und Hellebarden ausgestatteten Einlasswächtern. Der Eintritt von „sechs goldumrandeten abendländischen Silberlingen“ (6 Euro, Kinder die Hälfte) lohnt sich allemal, gibt es doch Samstag und Sonntag den ganzen Tag bis spät zum Abend ein buntes Live- Programm auf der Bühne, jede Menge ansehenswerter Handwerkerstände und Ritterlager.

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