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September 2017
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Sea of Love, Foto: Veranstalter
Sea of Love, Foto: Veranstalter

Dreifacher Konzertabend im "Hotel Wien"

Veröffentlicht am Samstag, 12. Januar 2013

Aller guten Dinge sind drei - dieses Motto scheint sich das "Hotel Wien" in Bernburg für seinen ersten Konzertabend im neuen Jahr auf die Fahne geschrieben zu haben. Ab 19 Uhr sind am morgigen Sonntag "Lestat Vermon", Thos Henley und "Sea of Love" im Kulturzentrum in der Krumbholzstraße zu erleben.

"Lestat Vermon" ist das Soloprojekt des "Polarkreis 18"- und "Woods of Birnam"-Gitarristen Philipp Makolies aus Dresden, der nun mit seinem Debütalbum „Clouds“ den klangästhetischen Gegenentwurf zu seinem bisherigen musikalischen Schaffen veröffentlicht. Kein Bombastrock, kein wild schnaubendes Orchester, sondern elf schlichte, in sich ruhende Songs auf der alten Nylonsaitengitarre, entschlackt, zurückgenommen und höchstens mal von vereinzelten Klaviermelodien oder dezenten Bläsern und Chören durchzogen. Lieder der ersten Instanz, bei dem das Gitarrenarrangement schon alles leisten muss, was einen Song zu einem guten macht.

Thos Henley wuchs in Südengland in dem kleinen Dorf Netley (Southampton) auf. Doch anstatt sich wie seine Altersgenossen mit Skateboard und Spielekonsole durch den Provinzalltag zu daddeln, beschäftigte sich der Knabe viel lieber mit alter Musik und verstaubter Reiseliteratur über ferne Bräuche und Länder. Inspiriert durch Lord Byron und Patrick Leigh Fermor verließ Thos Henley schließlich vor einiger Zeit seine englische Heimat, um als wandernder Musiker die Orte zu besuchen, deren Namen und Beschreibungen ihn seit seiner Kindheit so schwer beeindruckt hatten. Im Gepäck: wenig mehr als sein britischer Charme und eine krumme akustische Gitarre, ganz nah dem vielbeschworenen romantischen Ideal.

Auch "Sea of Love" alias Marie-Sophie Kanske aus Dresden hat sich unlängst auf eine abenteuerliche Reise begeben. Jetzt kommt sie zurück. Die Schuhe zerlaufen, das Haar wirr, die zarte Haut zerkratzt. Mit leuchtenden Augen. Auf den Fersen der Fuchs. Kein Wort darüber, was geschehen sein mag auf ihrem Weg. Fünf Lieder sind ihre Beute, fünf zerbrechliche Popsongs im zarten Pelz heim getragen, basierend auf sphärischen Gitarren- oder Klavierlinien, die irgendwo zwischen Portishead, Cat Power, Azure Ray oder Hundreds (mit denen Sea of Love bereits tourte) pendeln, nur ab und an von knisternden Samples und wuchtigen Trommeln unterbrochen.

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