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"Blut muss fliessen" - Undercover unter Nazis

Veröffentlicht am Sonntag, 11. November 2012

Mit einer versteckten Kamera bei Neonazi-Veranstaltungen und Konzerten zu filmen ist nicht gerade eine risikofreie Tätigkeit. Thomas Kuban hat es dennoch getan, rund 40 Mal und mit ebenso erschreckendem wie eindrucksvollem Ergebnis: entstanden ist die Dokumentation "Blut muss fließen", die am 14. November im AJZ Dessau aufgeführt wird.

Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Skinheads toben und die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Als Thomas Kuban zum ersten Mal ein Neonazi-Konzert mit versteckter Kamera dreht, ermöglicht er Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender hineinwagt. Sechs Jahre später hat er rund vierzig Undercover-Drehs hinter sich, auch in Ländern jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm auf seiner „Konzerttournee“ immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…“. Hochbrisant ist das Material, das Thomas Kuban im Lauf der Jahre zusammengetragen hat -einzigartig in Europa, wahrscheinlich sogar weltweit. Musik ist ein integraler Bestandteil neonazistischer Jugendkulturen.

Über legale und illegale Konzertveranstaltungen werden effektvoll menschenverachtende Ideologien verbreitet, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Neonaziszene gestärkt und viel Geld für deren politische Aktivitäten eingenommen. Fast immer kommt es im Verlauf der Konzerte zu Straftaten. Der Autor Peter Ohlendorf hat Thomas Kuban auf seiner Reise mit der Kamera begleitet und wird zur Filmvorführung im AJZ am 14. November ab 19 Uhr ebenfalls anwesend sein.

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