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45 Minuten bis Ramallah; Foto: Zorro
45 Minuten bis Ramallah; Foto: Zorro

Kiez Kino zeigt "45 Minuten bis Ramallah"

Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Januar 2014

Eigentlich hat es Rafik geschafft. Auf dem Weg vom Tellerwäscher zum Millionär ist er zwar noch auf der allerersten Stufe, aber dafür ist der Palästinenser mit israelischem Pass mit seinem Leben in Deutschland zumindest seinem herrschsüchtigen und cholerischen Vater entkommen. Doch als die Hochzeit seines Bruders ansteht, lässt sich Rafik von seiner Mutter zum Besuch in der alten Heimat Ostjerusalem überreden. Warum er das schon bald wieder bereut, zeigt das Dessauer Kiez-Kino ab heute in "45 Minuten bis Ramallah".

Kaum ist Rafik wieder in Jerusalem angekommen, brechen auch schon die alten Konflikte mit seinem Erzeuger wieder auf. Diesmal sind die Folgen aber noch endgültiger: sein Vater steigert sich so sehr in einen cholerischen Anfall hinein, dass er durch einen Herzinfarkt das Zeitliche segnet. Von seiner Familie wird Rafik gemeinsam mit seinem Bruder in die Pflicht genommen, den Verblichenen zur Beisetzung in seine Geburtsstadt zu bringen, wie er es sich gewünscht hatte. Theoretisch nur eine Fahrtstrecke von rund 45 Minuten, in der Praxis aber der Beginn einer abenteuerliche Odyssee - denn Ramallah liegt zwar um die Ecke, aber mitten in den palästinensischen Autonomiegebieten. Und auf dem Weg gibt es mehr als genug Platz für russische Mafiosi, israelische Soldaten, palästinensische Freiheitskämpfer und weitere Problembereiter...

"45 Minuten bis Ramallah" ist nach dem Überraschungserfolg "Salami Aleikum" die nächste Komödie des deutsch-iranischen Regisseurs Ali Samadi Ahadi. Traf im Vorgänger eine persische Fleischerfamilie auf jede Menge Missverständnisse in der ostdeutschen Provinz, so sorgt diesmal der Zusammenprall verschiedener Kulturen, Denk- und Lebensweisen im fernen Nahen Osten für Konfliktpotenzial - und für jede Menge Lacher beim Publikum, was bei Filmen über Israel und Palästina allein schon Seltenheitswert hat. "45 Minuten bis Ramallah" ist ab heute bis zum kommenden Mittwoch im Kiez-Kino zu sehen. Die Vorstellungen beginnen täglich um 17.30 und 20.30 Uhr, nur am Sonntag bleibt das Kino wie immer geschlossen.

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