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September 2017
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Inside Llewyn Davis; Foto: Studiocanal
Inside Llewyn Davis; Foto: Studiocanal

Kiez-Kino: Inside Llewyn Davis

Veröffentlicht am Donnerstag, 30. Januar 2014

Wen interessiert, was in Llewyn Davis? Llew… wen? Genau, kein Mensch kennt Llewyn Davis, den Folksänger, kein Mensch interessiert sich, was in ihm passiert und deshalb kauft niemand (oder fast niemand) seine Platte "Inside Llewyn Davis". Anfang der 60-er Jahre ist New Yorks Greenwich Village das Dorado für junge Männer mit Gitarre und eigenen Songs. Klar, Dylan ist dabei und eben auch Davis. Nur dass der es eben nicht schafft. Genau genommen, ist Davis ganz unten angekommen, kampiert mal hier, mal dort. Er hat einen Haufen Probleme, von denen er immerhin behaupten kann, sie selbst verschuldet zu haben. Denn Davis hat seinen Stolz, das Angebot eines Musikmanagers an den durchaus talentierten Sänger, in ein Trio einzusteigen, lehnt er ab, und so ist es halt der andere an seiner Stelle, der Erfolg haben wird, während Davis keinen Kompromiss eingegangen ist.

Die Coen-Brüder zeigen in ihrem neuesten Film nicht frei von Häme das Scheitern eines Mannes - und zeichnen gleichzeitig präzise das Bild einer Epoche, in der die populäre Musik versuchte, ehrlich zu sein, sich nicht dem Kommerz zu ergeben. Vergebens, wie wir längst wissen. "Inside Llewyn Davis" ist außer Sonntag bis nächsten Mittwoch im Kiez-Kino zu sehen.

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