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KNIE-NOT Abend; Foto: Anhaltisches Theater
KNIE-NOT Abend; Foto: Anhaltisches Theater

KNIE-NOT-Theater: "Hackbraten is nich…“ und „Hermann und Hermine“

Veröffentlicht am Sonntag, 12. Januar 2014

Beim Stichwort "Puppentheater" denken die Meisten an Kasper, Krokodil und Co. - Kinderkram eben. Dabei tritt das Dessauer Puppentheater mit seinen regelmäßigen "KNIE-NOT"-Abenden schon seit vielen Jahren den Beweis dafür an, dass sich die Vielfalt der kleinen Bühne nicht vor dem Theater im Großformat verstecken muss. Am 17. und 18. Januar wird nun erneut zu zwei Doppelvorstellungen eingeladen.

Den Auftakt bildet jeweils "Hackbraten is nich...". Im Mittelpunkt der Handlung steht Koslowski, ein alter Mann, dessen Umfeld in Berlin, aber auch die Orte seiner Kindheit in Mecklenburg sich in einem solchen Ausmaß gewandelt haben, dass er sich darin nicht mehr zurechtfindet. Frau und Freunde sind tot, die einzige verbliebene Bezugsperson ist Frau Krause, seine Pflegerin. Diese sieht ihren Beruf als Berufung, während Koslowski zwar auf ihre Hilfe angewiesen ist, sie aber größtenteils ignoriert. Auch wenn er sich andererseits sicher ist: "Wenn ich mir den Hintern von der Krause und den Hackbraten von meiner Friedel gleichzeitig vorstelle, dann sind alle Zipperlein passé...". Aus dem Zusammenspiel von Koslowskis lakonischen Gedanken und Krauses Ansichten über gesundes Altern entstehen Situationen von überraschender Komik, in denen der Tod schelmisch mitlacht. Das Ergebnis ist eine tragikomische Geschichte über die Liebe, den Tod...und den Hackbraten.

Weiter geht der "KNIE-NOT"-Abend nach einer kleinen Pause mit "Hermann und Hermine". Die auf den ersten Blick sympathische, feine ältere Dame Hermine Kraft richtet sich mit einer Ansprache an das Publikum, die schnell die Abgründe einer Mutter-Sohn-Beziehung offenbart. Ihr Sproß Hermann bekommt nicht nur die vernichtenden Qualitäten ihres Mundwerks zu spüren, sondern ist auch ihren körperlichen Angriffen hilflos ausgeliefert. Voll Freude drängt sie ihn immer wieder in entwürdigende Situationen, gelegentlich rutscht ihr dabei auch die Hand aus. Bis Hermann entdeckt, dass es seine eigene Hand ist, die ihn schlägt. Die bissige Inszenierung ist eine bitterböse Satire auf familiäre Verhältnisse, bei der einem das Lachen öfter im Hals stecken bleibt.

Karten für den Puppentheaterabend für Erwachsene gibt es an allen Dessauer Theaterkassen sowie telefonisch unter 0340/2511333 oder 0340/2400258.

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