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Foto: www.gelebtedemokratie.de
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Lesung "Kaltland" im Alten Theater Dessau

Veröffentlicht am Montag, 04. Februar 2013

Es ist noch nicht lange her, dass deutschlandweit das 20-jährige Jubiläum der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung gefeiert wurde. In den zahllosen Wenderomanen und Filmen zum Thema findet ein Horrorszenario aber nicht statt, obwohl es sich in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt hat: die eskalierende Ausländerfeindlichkeit im Osten Deutschlands Anfang der 1990er Jahre. Das Buch "Kaltland", das am Mittwoch ab 19 Uhr im Alten Theater Dessau im Mittelpunkt einer Lesung steht, will das ändern.

Die Bilder aus Hoyerwerda im September 1991 und Rostock-Lichtenhagen im August 1992 waren ähnlich. Neonazis und Skinheads ließen Steine und Molotovcocktails auf Asylbewerber- und Fremdarbeiterheime regnen, angefeuert und beklatscht von Menschen, die Nachbarn und oft sogar Arbeitskollegen der Opfer waren. Deutschland- und sogar weltweit war das Entsetzen groß - eine echte Aufarbeitung der Ereignisse ist jedoch bis heute ausgeblieben. In ihrem Buch "Kaltland" lassen die Herausgeber Markus Liske und Manja Präkels Augenzeugen zu Wort kommen, verbinden Erzählungen und autobiographische Geschichten mit Originaltönen prominenter Autoren und Künstler.

Am Mittwoch werden Liske und Präkels das Buch nicht nur dem interessierten Publikum vorstellen, sondern sie suchen auch das Gespräch und die Diskussion mit den Gästen. Denn die Gemeinschaftsveranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und des Netzwerkes "Gelebte Demokratie" soll auch Einblicke in die Entwicklung und Etablierung rechter Ideologien im Osten Deutschlands aufklären. Und dass das Problem zwar lange aus den Schlagzeilen, nicht aber aus den Köpfen, verschwunden war, demonstriert der NSU-Terror der Neuzeit auf erschreckende Weise.

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