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Musikalisch-literarische Lesung in Raguhn

Veröffentlicht am Freitag, 01. Februar 2013

Der Jeßnitzer Dichter Hermann Conradi steht heute ab 17.30 Uhr im Mittelpunkt einer musikalischen Lesung in der Sekundarschule Raguhn. Die Veranstaltung ist aufgrund der großen Nachfrage bereits die zweite Wiederholung eines Abends, der ursprünglich im Rahmen der Feierlichkeiten "800 Jahre Anhalt" angeboten wurde.

Im Juni 2012 wurde in Altjeßnitz als Teil der Reihe "Bekannte Unbekannte in Anhalt" erstmals zu einem musikalisch-literarischen Programm über Hermann Conradi eingeladen. Das Besucherinteresse überwältigte die Organisatoren, schon im September folgte daher die zweite Auflage im Alten Theater in Dessau. Und auch in der Sekundarschule Raguhn soll neben bekannten Gedichten und Auszügen aus Prosawerken des Dichters auch sein Leben im Fokus stehen.

Der 1862 in Jeßnitz als Sohn eines Kleinunternehmers geborene Hermann Conradi gründete schon in seiner Schulzeit den literarischen Verein „Bund der Lebendigen“. Mit seiner Vorrede "Unser Credo" für die Anthologie "Moderne Dichter-Charaktere" erregte er 1885 erstmals Aufsehen, zwei Jahre später erschienen sein Lyrikband "Lieder eines Sünders" und sein Debütroman "Phrasen". Sein ebenfalls 1887 vollendeter Roman "Adam Mensch" wurde wegen Differenzen mit seinem Verleger erst 1889 veröffentlicht - und löste aufgrund "unsittlicher und gotteslästerlicher" Passagen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aus. Hermann Conradi starb am 8. März 1890 mit gerade einmal 27 Jahren an einer Lungenentzündung.

Die heutige Veranstaltung wird musikalisch durch vertonte Gedichte Conradis und Klaviermusik von Zeitgenossen des Dichters, u. a. von Debussy, Liszt, Skrjabin, Schumann und Brahms umrahmt. Ausführende sind Frau Ursula Folta vom Heimatverein Jeßnitz (Anhalt) und der Kantor Herr Renè Mangliers aus Thalheim.

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