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Vergiss mein nicht, Foto © Farbfilm Verleih
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Kiez-Kino: "Vergiss mein nicht"

Veröffentlicht am Donnerstag, 28. Mrz 2013

Alzheimer und Demenz sind Schicksalsschläge, mit denen immer mehr Familien mit älteren Angehörigen zu kämpfen haben. Der Dokumentarfilmer David Sieveking hat aus dieser persönlichen Tragödie, der Demenz-Erkrankung seiner Mutter, einen sehr persönlichen Film gemacht. Aber "Vergiss mein nicht", der ab heute im Dessauer Kiez-Kino gezeigt wird, ist kein Film über Krankheit geworden, sondern ein Liebesfilm.

Der geistige Verfall beginnt schleichend, doch schon bald mehren sich die Anzeichen, bis es keinen Zweifel mehr gibt: David Sievekings Mutter Grete leidet an Demenz. Kurz darauf zieht der Filmemacher wieder bei seinen Eltern ein. Er will seinen Vater Malte entlasten, der sich seit seiner Pensionierung vor fünf Jahren um seine Frau kümmert. Aber er holt auch das Einverständnis seiner Eltern ein, in den kommenden Wochen den gemeinsamen Alltag mit der Kamera zu dokumentieren. Während Vater Malte in der Schweiz neue Energie tankt, wird David so zum Sohn, Betreuer und Dokumentarfilmer in einer Person.

Die Anwesenheit ihres Sohnes und des Filmteams gibt Gretel neue Lebensfreude, sie entwickelt wieder Eigeninitiative und bleibt trotz ihrer zeitlichen und örtlichen Orientierungslosigkeit heiter und gelassen. Davids Mutter verliert ihr Gedächtnis, gewinnt aber eine entwaffnende Ehrlichkeit und Unschuld, immer wieder verbunden mit erstaunlichem Wortwitz und Weisheit. Und auch David Sieveking gewinnt durch die Erfahrung: nach und nach lernt er das Leben seiner Mutter kennen, setzt das Puzzle einer beeindruckenden Frau zusammen, die Sprachwissenschaftlerin, Frauenrechtlerin, Revolutionärin, Lehrerin, Ehefrau und Mutter war. Aus dem biografischen Filmprojekt wird dadurch völlig unerwartet eine Liebeserklärung an das Leben und die Familie.

"Vergiss mein nicht" ist ab heute bis zum 3. April im Kiez-Kino Dessau zu sehen. Die Vorstellungen beginnen täglich um 17.30 und 20.30 Uhr.

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