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Am Markt um 1905, Bild aus dem Archiv des ehemaligen VEB Dessauer Verkehrsbetriebe
Am Markt um 1905, Bild aus dem Archiv des ehemaligen VEB Dessauer Verkehrsbetriebe© DVG

Ausstellung: 120 Jahre Dessauer Straßenbahn und Dessau-Wörlitzer Eisenbahn

Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Mai 2014

Junkers, Gropius, Lutzmann – drei Namen, die eng mit Dessauer Innovationen verbunden sind. Aber die Stadt hatte noch in einem anderen Bereich eine Vorreiterrolle: im November 1894 nahmen die ersten Gasstraßenbahnen ihren Fahrplanbetrieb auf. Während London noch experimentierte und Dresden parallel Pferdewagen nutzte, war Dessau die erste Stadt der Welt, die ausschließlich auf den Gasantrieb setzte. In diesem Jahr wird der 120. Straßenbahngeburtstag gefeiert. Und auch die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn nahm 1894 erstmals Fahrt auf.

Ab 15. November pendelten die ersten Dessauer Straßenbahnen im Viertelstunden-Takt zwischen der Hauptpost und dem Friedhof III. Allerdings war die Bahnfahrt damals kein ungefährliches Abenteuer: die Unfälle nahmen zu, auch Explosionen waren nicht selten. Als die Fahrgäste ausblieben, stellte die Dessauer Straßenbahngesellschaft 1901 auf den elektrischen Betrieb um. Der Erfolg ließ nicht auf sich warten, ab 1907 überquerte die Straßenbahn auch Mulde und Elbe bis nach Roßlau. Nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs war diese Strecke schon wieder Geschichte: die Gleise wurden dringend für den Wiederaufbau des Dessauer Netzes benötigt. 1974 war von diesem durch den Trend zum Busverkehr trotzdem nur noch die Linie 1 zwischen Hauptbahnhof und Dessau-Süd übrig. Erst Ende der 1980er Jahre kam wieder eine zweite Linie hinzu, rund um die Jahrtausendwende folgte ein weiterer Ausbau. Heute sind die drei Straßenbahnlinien eine der Hauptsäulen im Dessauer Nahverkehr.

Eine ähnlich wechselvolle Geschichte hat auch die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn hinter sich. Am 22. September 1894 setzte sich erstmals ein Dampfzug von Dessau nach Wörlitz in Bewegung. Die Eisenbahn brachte Besucher in die Parkstadt, diente aber auch dem Berufsverkehr. Ende der 1920er Jahre wurde sie bis nach Gohrau-Rehsen verlängert, mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 30er Jahre erlebte der Transport von Arbeitskräften und Gütern eine regelrechte Blütezeit. Doch auch hier riss der 2. Weltkrieg eine tiefe Wunde, die durch den zunehmenden Autoverkehr noch vertieft wurde. Am 25. Mai 1968 stellte die Deutsche Reichsbahn den Betrieb auf der Strecke ein. Durch engagierte Eisenbahnfreunde und den Druck aus der Bevölkerung nahm die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn fast auf den Tag genau 14 Jahre später, am 23. Mai 1982, wieder Fahrt auf. Eine erneute Stilllegung konnte nach der Wiedervereinigung abgewendet werden. Seit 2011 fahren die beiden Triebwagen „Fürst Franz“ und „Fürstin Louise“ unter dem Dach der Stadtwerke Dessau – im Jubiläumsjahr zwischen dem 12. April und 3. September sogar täglich.

An die bewegte Geschichte der beiden Dessauer Bahnen wird noch bis 16. Mai mit einer Ausstellung im Saal der Stadtwerke erinnert. Gezeigt werden Schautafeln mit einer Chronik, historische Fotos und weitere Zeitdokumente, aber auch ein Straßenbahnfahrschalter, alte Fahrscheine und historische Dienstkleidung. Besondere Highlights sind zudem eine Sammlung von Straßenbahnmodellen aller Dessauer Epochen sowie eine Modellbahnanlage der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn.

Anlässlich des Jubiläums suchen die Stadtwerke zudem die schönsten aktuellen oder historischen Motive rund um die beiden Schienenfahrzeuge. Die zwölf besten Fotografien werden durch eine Jury ausgewählt und im Jubiläumskalender 2015 veröffentlicht. Jeder Preisträger erhält zusätzlich ein Buch über die Geschichte der Dessauer Straßenbahn. Maximal fünf Fotos können eingereicht werden, alle Teilnahmebedingungen gibt es unter www.dvg-dessau.deEinsendeschluss ist der 15. August 2014.

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