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Markus Maria Profitlich gastiert am 29. November im Schloss Köthen.
Markus Maria Profitlich gastiert am 29. November im Schloss Köthen.© schwerlustigtv

Solo ist echt cool! – Markus Maria Profitlich im LEO-Gespräch

Veröffentlicht am Dienstag, 11. November 2014

Markus Maria Profitlich gastiert am 29. November im Schloss Köthen. Mitte der 90er Jahre wurde der heute 54-Jährige durch zahlreiche Fernsehauftritte berühmt und begeisterte mit der „Wochenshow“ oder seinem eigenen Format „Mensch Markus“ seine Fans. Aktuell ist er mit seinem Soloprogramm „Halbzeit!“ unterwegs, in dem er sich mit dem Älterwerden auseinandersetzt. Im LEO-Interview zeigt er sich gewohnt witzig, aber auch von seiner nachdenklichen Seite.

Herr Profitlich, was haben Sie sich zur Halbzeit bis zu Ihrem 108. Geburtstag noch vorgenommen?

Markus Maria Profitlich: Ich hoffe ja, dass ich 110 werde, die Halbzeit also noch nicht erreicht habe, aber ich weiß natürlich nicht, was alles noch kommt. Ans Aufhören denke ich jedenfalls noch lange nicht.

Die Halbzeitpause wird oft genutzt, um die Mannschaft umzustellen oder eine neue Strategie festzulegen – auch bei Ihnen?

Markus Maria Profitlich: Ich habe ja schon einige Änderungen vorgenommen. Ich bin jetzt seit 25 Jahren unterwegs und bis Anfang diesen Jahres war ich auch immer nur mit anderen Leuten auf der Bühne, mit meinem Pianisten seit über 20 Jahren, mit meiner Frau seit mehr als 12 Jahren. Jetzt habe ich mir überlegt, dass eine Umstellung angesagt ist und bin alleine unterwegs. Was auch sehr, sehr viel Spaß macht. Ich werde sicher auch noch Projekte mit anderen Leuten zusammen machen – aber mal Solo unterwegs zu sein ist echt cool!

Woran merken Sie im Alltag, dass Sie jetzt offiziell in den Kreis der „Best Ager“ aufgenommen sind?

Markus Maria Profitlich: An meinen Knien.

Wann haben Sie sich gesagt „Mensch Markus, Du gehörst auf die Bühne!“?

Markus Maria Profitlich: Es hat ja als Hobby angefangen, auf Geburtstagen, Hochzeiten, Betriebsfeiern und so weiter, wurde aber immer mehr. Zwischendurch habe ich eine Schreinerlehre gemacht, bin danach in eine Kneipe eingestiegen, in deren hinteren Saal ich eine Bühne eingebaut habe, auf der ich aufgetreten bin. Dann habe ich tagsüber schon ein bisschen für RTL gedreht, abends in einem Musical gespielt und nachts noch in der Kneipe die Toiletten sauber gemacht. Das ist ungefähr 20 Jahre her und da musste ich mich irgendwann fragen, ob ich das Hobby nicht lieber hauptberuflich machen sollte. Daraus ist dann das geworden, was es heute ist.

Von der Schreinerei auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Gab es zwischendurch auch Holzwege?

Markus Maria Profitlich: Naja, was sind Holzwege? Man hat sich mal verrannt, mit Freunden, die einen schlecht beraten haben und durch die man viel Geld verloren hat. Vor vier Jahren wurde ich krank und war anderthalb Jahre außer Gefecht gesetzt. Das sind natürlich Sachen, die man eigentlich nicht so unbedingt braucht, aber in solchen Situationen merkt man auch, was man für Freunde hat. Mein letztes Programm hieß „Stehaufmännchen“ - und das sind wir, glaube ich, irgendwie alle. Aus solchen Löchern und Erfahrungen, auch den bösen und traurigen, kommt man irgendwie immer wieder hoch.

Bleibt im Tour-Alltag noch die Zeit, mehr von den Spielorten zu sehen als Hotel und Bühne?

Markus Maria Profitlich: Manchmal ist es wirklich so, dass ich mir noch richtig Zeit nehmen kann, mir die Orte anzuschauen. Ich weiß jetzt gar nicht, wie weit Köthen von zu Hause weg ist. Falls es weniger als 300 Kilometer sind, fahre ich nach dem Auftritt noch nach Hause. Das müssten die Köthener mir in diesem Fall verzeihen. Beim nächsten Mal nehme ich mir dann mehr Zeit.

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