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LEO Tagestipp
Wollen zeigen, wie lebendig, vielfältig und bunt die regionale Kunstszene ist: Projektmanagerin Agnes-Julia Zsikin, Gastgeber Thomas Busch, Kuratorin Olivia Seipelt und der Foto- und Videokünstler Henry Mertens. (v.l.n.r.)
Wollen zeigen, wie lebendig, vielfältig und bunt die regionale Kunstszene ist: Projektmanagerin Agnes-Julia Zsikin, Gastgeber Thomas Busch, Kuratorin Olivia Seipelt und der Foto- und Videokünstler Henry Mertens. (v.l.n.r.)© LEO

Eine Herzensangelegenheit

Veröffentlicht am Montag, 01. September 2014

Zum sechsten Mal wird in der „Alten Brauerei“ in Dessau vom 6. bis 21. September wieder zur „Brau.ART“ eingeladen. Mehr als 30 Künstler aus Deutschland, den Niederlanden, Tschechien und Russland zeigen in der Jahresausstellung ihre Werke. Versprochen wird eine große künstlerische Vielfalt in Objekt, Bild, Musik und Film. Das Thema „GESTALTEN“ spielt dabei sowohl auf die Tätigkeit der Künstler als auch auf das Figurentheater Oskar Schlemmers an, dessen Werk Schwerpunkt des diesjährigen Bauhausfestes ist, mit dem die „Brau.ART“ kooperiert.

Zu zeigen, wie lebendig, vielfältig und bunt die regionale Kunstszene ist, war das Hauptanliegen aller Beteiligten, als 2009 zur ersten „Brau.Art“ eingeladen wurde. Seitdem haben mehr als 7.000 Kunstinteressierte die jährlichen Ausstellungen besucht, bei denen über 60 Künstler im Industriedenkmal „Alte Brauerei“ zu erleben waren. Thomas Busch, als Vorsitzender des Brauhaus-Vereins quasi Gastgeber der Ausstellung, stand der Idee von Anfang an sehr offen gegenüber: „Die Räumlichkeiten sind für Kunst einfach großartig geeignet. Gerade das Kesselhaus ist für große Kunstwerke ideal, das Maschinenhaus mit dem Glasdach bietet ein besonderes Ambiente. Eigentlich ist das Potenzial hier auch noch lange nicht ausgeschöpft“. Von Anfang an organisierten die beteiligten Künstler die „Brau.ART“ in Eigenregie, vor einigen Monaten schlossen sie sich zu einem Verein zusammen. „Die Brau.ART ist inzwischen eine große Jahresausstellung, die stetig um Künstler wächst. Als Verein hat man mehr finanzielle Möglichkeiten, kann professioneller arbeiten, Sponsoren ein gutes Feedback bieten und ist auch authentischer im Außenbild.“, begründet Projektmanagerin Agnes-Julia Zsikin diesen Schritt. Nur eines hat sich auch durch die Vereinsgründung nicht geändert: der Arbeitsaufwand hinter den Kulissen. „Das ist ein Vollzeitjob. Wir sitzen das ganze Jahr an der Vorbereitung, nach der Ausstellung fangen wir schon wieder an, auszuwerten, die Sponsoren einzuladen, uns gegenseitig Feedback zu geben, was gut gelaufen ist und was nicht. Und wir planen dann eigentlich auch schon das nächste Thema.“, berichtet Ausstellungskuratorin Olivia Seipelt. All das wohlgemerkt ehrenamtlich und oft anstelle von Aufträgen, die für den Lebensunterhalt notwendig sind.
Dass sich dieser Aufwand lohnt, bekräftigen dennoch alle Beteiligten. In ihrem sechsten Jahr ist die „Brau.ART“ längst im Fokus der Öffentlichkeit angekommen, wie Olivia Seipelt betont: „Wir sind besser vernetzt, werden von Stadt und Land besser wahrgenommen und unterstützt und es werden jedes Jahr mehr Besucher. Das gibt uns die Energie, das ganze Jahr durchzuhalten. Es ist ein Ehrenamt, in erster Linie ist es aber ganz klar eine Herzensangelegenheit.“ Besonders stolz seien die Organisatoren auch, dass Oberbürgermeister Kuras die „Brau.ART“ am 6. September um 15 Uhr persönlich eröffnen werde, ergänzt Agnes-Julia Zsikin. Die Zusammenarbeit mit und die Unterstützung durch die Stadt habe sich seit der Erstauflage deutlich verbessert und sei inzwischen sehr konstruktiv. Mit der Stiftung Bauhaus arbeiten die Künstler ebenfalls schon länger zusammen, zu den niederländischen Künstlern des Oranienbaumer Ampelhauses haben sich Freundschaften gebildet, Künstler aus den Dessau-Roßlauer Partnerstädten sind längst eine feste Größe jeder „Brau.ART“.
Die Ausstellung will aber nicht nur eine Leistungsschau der etablierten Kunstszene sein. „Ich bin besonders stolz auf die Sparte „Junge Kunst“, weil ich es wichtig finde, jungen Menschen die Region schmackhaft zu machen. Wir haben uns über die Burg Giebichenstein auch erweitert, mit Absolventen des letzten Jahrgangs, die große Lust haben, Teil der Region zu sein. Es macht mich sehr stolz, dass wir in Sachsen-Anhalt so eine Jahresausstellung stemmen können. Ring um Ring wächst es zu einem schönen, großen Brau.ART-Baum.“, schwärmt die Projektmanagerin.
Ein Neuzugang unter den Ausstellern ist auch Henry Mertens. Der Foto- und Videokünstler hat die „Brau.ART“ bereits seit Jahren als Besucher begleitet und wagte nun den nächsten Schritt: „Ich finde es super, dass Unterschiedlichkeiten hier so gut Platz finden. Das reizt mich, auch wenn es mir am Anfang sehr viel Respekt eingeflößt hat. Da wächst eine Kunstszene, die in sich schon sehr stark wirkt, und man denkt, dass man da eigentlich gar nicht reinpasst. Dabei ist das Gegenteil der Fall, eine rege Beteiligung ist gewünscht und gewollt“. Mertens wird anlässlich der Vernissage auch als Teil des musikalischen Programms zu erleben sein. Am 13. September wird außerdem zu einer „Pecha Kucha“-Nacht eingeladen, anschließend öffnet das „Klanglabor“ mit dem Musiker Stefan Lange alias „Duktus“. Die Finissage am 21. September um 15 Uhr gestalten die Nachwuchstrommler von „Drumstein“. Der Eintritt zur „Brau.ART“ ist auch in diesem Jahr kostenlos. Jeder Besucher soll die Jahresausstellung ohne finanzielle Belastung auch mehrfach besuchen können, um die ganze Vielfalt des Anhaltischen Kunstlebens kennenzulernen.

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