LEO — Das Anhalt Magazin

Dein Kompass durch Klub,
Kultur und Kneipe in Anhalt.

Dezember 2017
Dezember 2017
LEO Dezember 2017
LEO News
Das Künstlerkollektiv „Balestra Berlin“ sorgt mit seiner Licht- und Soundinstallation „kubik“ weltweit für großes Aufsehen.
Das Künstlerkollektiv „Balestra Berlin“ sorgt mit seiner Licht- und Soundinstallation „kubik“ weltweit für großes Aufsehen.© kubik Berlin, 2010, Balestra Berlin

Bauhausfestwoche "Dessau Open"

Veröffentlicht am Mittwoch, 22. Juli 2015

Das Bauhausfest 2015 wirft seine Schatten voraus. Oder genauer gesagt, seine Lichter. Denn Licht und Illumination werden vom 1. bis 4. September in der Dessauer Innenstadt und dem Areal der Meisterhäuser eine ganz besondere Rolle spielen. Erstmals wird zu „dessau open – Spielräume Bauhausstadt“ eingeladen, einer Vorwoche, die alle Einwohner und Besucher auf das Fest einstimmen soll und wortwörtlich mit besonderen Highlights lockt. Ausrichter ist die Stadt Dessau-Roßlau gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern.

Die Festwoche vor dem Bauhausfest hat in Dessau bereits seit 2010 Tradition. Ziel war es dabei immer, neugierig auf das Fest zu machen und zu zeigen, was die Besucher erwartet. Mit „dessau open“ soll das nun noch deutlicher und kreativer getan werden. „Wir haben das dieses Jahr erstmals dezentralisiert und arbeiten nicht nur mit unterschiedlichen Zielgruppen und mehreren öffentlichen Orten im Stadtraum, sondern bieten dazu auch noch ein Kulturprogramm an. Es ist eine Mischung aus Partizipation und Eventcharakter.“, so Gitta-Susann Hartenstein, als Koordinatorin der Bauhausstadt Dessau und Projektleiterin der Veranstaltung.

Absoluter Blickfang von „dessau open“ wird die große Licht- und Soundinstallation „kubik“ des Künstlerkollektivs „Balestra Berlin“. Rund 120 riesige Wassertanks schaffen mitten auf dem Dessauer Marktplatz neue Räume, aber auch eine Bühne und eine Cocktailbar sind integriert. Täglich ab Einsetzen der Dämmerung bis ca. 1 Uhr werden die Tanks beleuchtet, farblich passend zum diesjährigen Bauhausfest-Thema „Wassily Kandinsky - Kollektives Blau“. Auch elektronische Klänge gehören zum Konzept. „Wir wollen die Innenstadt tagsüber mit einem identitätsbildenden Programm für Schüler, Jugendliche und Erwachsene inszenieren und abends mit einem ganz klaren Eventprogramm“, erläutert Gitta-Susann Hartenstein die Pläne. Zum täglich angebotenen Kinder Kunst Forum „Kandiertes Blau“ werden Schüler aus der ganzen Stadt, aber auch aus Aschersleben und Naumburg erwartet.

Der Dessauer Rollsportverein „Von der Rolle“ lädt zum „Rollenden Blau“ ein und ist auch mit eigenen Performances aktiv. „Hinzu kommt für Erwachsene die Initiative der Urbanen Farm, die in künstlerischen Workshops mit der Herstellung eines Transportmittels für eine post-fossile Gesellschaft beschäftigt sind. Mit diesen und anderen Punkten greifen wir quasi die Gedanken des historischen Bauhauses wieder auf, bringen sie in die Gegenwart, interpretieren sie neu und setzen sie um.“, ergänzt die Leiterin.

Die Abende hingegen stehen ganz klar im Zeichen der Unterhaltung. Am 1. September musiziert das „Pulsar Trio“, am 2. September gibt es einen musikalischen Ausblick auf das Kurt Weill Fest 2016, am 3. September präsentieren „SLIXS“ A Capella der Superlative mit einer Mischung aus Jazz, Pop, Funk und Klassik. Den Abschlussabend gestaltet schließlich „Blomqvist“ - ganz sicher nicht nur für Gitta-Susann Hartenstein etwas ganz Besonderes: „Natürlich finde ich unser gesamtes Programm toll, zumal wir es dank der Unterstützung des Landes, der Stadt und vielen Kulturpaten komplett kostenfrei anbieten können. Aber mein ganz persönliches Highlight ist „Blomqvist“. Ich freue mich darauf, nach dem erfolgreichen Preview des Bauhausfestes am Freitag zurückzugehen auf den Marktplatz, um dort mit allen das große Finale zu feiern.“

Vor dem Finale gibt es aber auch jenseits des Marktes noch viel zu erleben. Die Ratsgasse wird vorrangig durch die Studierenden des Fachbereichs Designs der Hochschule Anhalt in Dessau bespielt. Jeweils ab 16 Uhr wird hier beispielsweise in eine Färbe- und Druckstation eingeladen, zu einer Fotoaktion oder in die „Geschichtensammelstation“. Ab 20 Uhr öffnet die „Blaue Bar“, begleitet von Projektionen und vielem mehr.

Ein außergewöhnliches Projekt von europäischem Rang wird bei „dessau open“ rund um die Meisterhäuser zu erleben sein – und wahrscheinlich ebensoviel Staunen wie Begeisterung und Schmunzeln hervorrufen. „Die Blaue Friedensherde“ des Kölner Künstlers Rainer Bonk besteht aus 80 bis 120 blauen Kunststoffschafen, die unter Schirmherrschaft des EU-Parlaments unter anderem bereits in Strassburg, Brüssel, Berlin oder Dresden grasen durften. „Jeder ist gleich – Alle sind wichtig“, so die Botschaft, die das Projekt vermitteln soll.

Die Premiere von „dessau open“ stellt für alle Beteiligten einen organisatorischen – und in Zeiten der Haushaltskonsolidierung auch finanziellen – Kraftakt dar. Gitta-Susann Hartenstein ist aber sicher, dass sich dieser Aufwand mehr als lohnt: „Dieses KulturFest vor dem KunstFest ist erstmals so gestrickt, dass es, so hoffen wir zumindest, in Kombination national an Bedeutung gewinnen kann. Wir wünschen uns, dass die Besucher nicht nur zum Bauhausfest kommen, sondern länger hier bleiben. Dass sie sich einfach ein Stück Zeit nehmen, um alles zu entdecken. Das Bauhaus ist der Leuchtturm in der Stadt - aber neben ihm gibt es auch noch das Gartenreich, es gibt Hugo Junkers, es gibt so viel Potenzial, das hier zu entdecken und zu erleben ist.“

LEO News mit deinen Freunden teilen:

Weitere LEO News