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LEO Tagestipp
Covermotiv: Paralleluniversum
Covermotiv: Paralleluniversum© Label Parallel Universum

Paralleluniversum

Veröffentlicht am Montag, 27. April 2015

Dass guter Hip Hop nicht nur aus den USA kommen kann, hatte sich auch in Deutschland 1994 schon herumgesprochen. Dass aber auch der Osten der Republik über eine sehr lebendige und kreative Deutschrap-Szene verfügt, machte vor allem ein Album deutlich: die Compilation „Pioniermanöver“, die 1994 auf dem Dessauer Label „Halb 7 Records“ erschien. Ein Jahr später folgte der zweite Teil als Doppel-LP – dann wurde es ruhig. Doch jetzt ist es soweit: mit „Paralleluniversum“ wird am 8. Mai in Leipzig die Veröffentlichung des inoffiziellen Nachfolgers gefeiert, auf dem sich zahlreiche der alten „Pioniere“ verewigt haben.

„Paralleluniversum“, mit dessen Premiere gleichzeitig die Geburtsstunde des gleichnamigen Labels gefeiert wird, vereint alte Bekannte und neue Talente und ist vor allem dem besonderen Jahrestag des Originalalbums zu verdanken. „Die Idee entstand in einer Facebook-Gruppe, der einige Dessauer Rapper und Beatmaker angehören. Ich konnte nie so richtig nachvollziehen, weshalb es nach „Pioniermanöver II“ kein nachfolgendes Album mehr gab. Deshalb schlug ich vor, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der „Pioniermanöver“-LP ein paar Kontakte zu reaktivieren, um an einem neuen Album zu arbeiten. Der Vorschlag wurde von vielen Seiten begrüßt und aktiv unterstützt. „Duktus“, der schon das Cover Artwork für „Pioniermanöver II“ gestaltete, erklärte sich bereit, das Cover Layout zu übernehmen. Mein alter Freund Jan a.k.a. No Mercy (ehem. WBS 70) war so überzeugt von dem Projekt, dass er schon frühzeitig die Finanzierung zusicherte. So fügte sich eins zum anderen“, erinnert sich Steffen Sülzle a.k.a. „Selecta Ras“.

„Duktus“ a.k.a. Stefan Lange hat nicht nur das Cover gestaltet, sondern ist auch musikalisch vertreten – und zögerte keine Sekunde, als Steffen Sülzle ihn ansprach. „Für mich war ziemlich schnell klar, dass das ne gute Sache sein könnte. Einfach auch, um an die positiven Erfolge von damals, die ja auch meine Heimatstadt in der Szene bekannt gemacht haben, anzuknüpfen.“

„Paralleluniversum“ ist aber nicht nur eine Erinnerung an die ersten musikalischen Gehversuche vieler beteiligter Künstler, es zeigt auch, wie sich die Szene in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Hip Hop ist heute deutlich breiter gefächert als damals, wie Mike Buchmayer-Zacke, als „DJ Magic Mayer“ ein absolutes Urgestein der Dessauer Szene, bestätigt: „Auf der neuen „Paralleluniversum“ werden Genres betont, die es damals so noch gar nicht gab oder bei denen wir noch nicht die Möglichkeit hatten, diese einzubinden. Mit Dancehall- und Reggaeeinflüssen ist das Album viel breiten- und radiotauglicher geworden. Aber auch die Qualität der Songs hat sich zum Damals stark gewandelt, inhaltlich und hörbar. Die Platte wurde mit hohem Anspruch gemastert. Das hört und spürt man. Ich habe wieder ein Kribbeln wie damals gespürt, weg vom kommerziellen Gedanken, hin zum Idealismus.“

Diese Begeisterung für das Projekt ist allen Beteiligten anzumerken. Fast hat es schon den Charakter eines Klassentreffens, schließlich hat so mancher Akteur von damals längst eine neue Heimat gefunden und kehrt nun zu seinen Wurzeln zurück. Insgesamt 20 Tracks sind auf der Doppel-LP zu hören, von Künstlern wie „Rasputin“, „ZM Jay“, Ronny Trettmann, Mirco Nontschew undundund. Viele von ihnen werden zum Release am 8. Mai ab 21 Uhr im „Conne Island“ in Leipzig erwartet, als Acts, als Gäste und als Freunde.

Anschließend gibt es das Album übrigens unter anderem online unter www.saveoursounds.net

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