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Sweet DivaLEO Glücksmoment
Sweet Diva© Corinna Kroll

Varieté-Show mit Einblicken

Veröffentlicht am Donnerstag, 22. Oktober 2015

Es kann erregen, schockieren, amüsieren, irritieren oder ein Blickfang sein, zu Veranstaltungen wie dem Oktoberfest gehört es genauso wie die Krachlederne oder die Maß Bier, aber auch bei Opernpremieren und Galaveranstaltungen ist es immer wieder zu sehen – die Rede ist vom Dekolleté. Im Wittenberger CLACK Theater lieferte der mal reizvolle, mal reizende Ausschnitt nun den Titel für eine aktuelle Show, die am 2. Oktober umjubelte Premiere feierte. Nach „Illusions“ und „Classique“ ist „Dekolleté“ die inzwischen dritte Show des Theaters, in der Travestie auf Artistik und Magie trifft. LEO wollte mal wieder mehr wissen und sprach mit Stefan Schneegaß, CLACK-Manager und als „Sweet Diva“ Teil der „Costa Divas“, die natürlich auch bei „Dekolleté“ eine tragende Rolle spielen.

Was erwartet die Besucher bei „Dekolleté“?

Stefan Schneegaß: Die Travestie-Varieté-Show „Dekolleté“ geht in Richtung Bourlesque, was Kostüme, Songs und Choreographien betrifft. Erstmals dürfen sich die Zuschauer auf Luftakrobatik freuen, wofür speziell eine Aufhängung angefertigt wurde. Jakob Deutschmann durfte diese Konstruktion mit seiner Darbietung an den Strapaten einweihen. Weiterhin wird Bart Hoving aus den Niederlanden das Ensemble bereichern. Er ist preisgekrönter Jongleur und verblüfft das Publikum gemeinsam mit Jakob in Großillusion und Tanz.

Für die Choreographien konnten wir Winfried Schneider gewinnen, der unter anderem an renommierten Häusern, wie dem Friedrichstadtpalast Berlin und der Staatsoperette Dresden, tätig ist.

Premiere hatte „Dekolleté“ Anfang Oktober. Wie wird das Programm bisher vom Publikum angenommen?

Stefan Schneegaß: Es ist erfreulich, dass das CLACK Theater bereits über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Umso mehr rührt es, wenn uns ein Premierenpublikum mit Besuchern aus Dessau, Hamburg, Altenburg, München und natürlich der Region Wittenberg, stehende Ovationen beschert. Viele Blumensträuße und und einzelne weiße, auf die Bühne fliegende, Rosen waren für uns das schönste Premierengeschenk.

Speziell zur Premiere sind auch Stars wie Kabarettistin Tatjana Meissner, Society-Expertin Susanne Klehn und Rockmusiker Dirk Zöllner angereist.

Wie entstand der Programmtitel? Und was ist das Geheimnis eines perfekten Dekolletés?

Stefan Schneegaß: Wir werden in der Pause und nach der Show immer auf unser Dekolleté angesprochen. „Wie bekommt ihr das hin, dass es aussieht wie echt?“, werden wir oft gefragt. So kam mir die Idee, dazu einige Moderationen zu basteln. Dieses Thema gab so viel Stoff, das ich dachte, das reicht für eine ganze Show.

Also, was das Geheimnis eines perfekten Dekolletés ist, erfahren Frauen, als auch Männer, in der Show.

Was reizt Sie selbst an der Travestie, am Spiel mit den Geschlechterrollen? Und was muss ein Künstler mitbringen, um erfolgreich zu sein?

Stefan Schneegaß: Das Wichtige an der Travestie ist, eine Frau kabarettistisch zu parodieren und nicht zu kopieren. Schon hat „Frau“ das Publikum auf seiner Seite. Oftmals werden in Travestie- oder Dragshows persönliche Neigungen zu verstaubten Vollplaybacks in billigen Kostümen ausgelebt, was schnell peinlich werden kann.

In unseren Shows wird mit dem Publikum geplaudert, es gibt keine witzlosen Mitspielnummern auf der Bühne, wir singen komplett live – Mario Welker alias „Male Diva“ studierte Gesang in Weimar - und unser größter Anspruch ist die Ausstattung. Zu jeder Premiere bekommen unsere Zuschauer komplett neue Kostüme, Perücken und Requisiten zu sehen. Allein diese aktuelle Show hat einen Ausstattungswert von circa 25.000 €, was für eine nicht subventionierte Kleinkunstbühne ein Risiko ist, es wieder einzuspielen. Also hoffen wir auf viele treue Gäste aus nah und fern.

Wie lang dauert es, bis aus Stefan Schneegaß die „Sweet Diva“ wird?

Stefan Schneegaß: Von der Rasur bis das Mikrofon angestellt wird, vergehen ungefähr 1,5 Stunden.

Haben Sie künstlerische Vorbilder, sowohl die Travestie als auch historische oder aktuelle Diven betreffend?

Stefan Schneegaß: Für meinen Bühnenpartner Mario sind es eher die Stars der Musicalszene, denn das ist seine Welt. Als Conferencier verehre ich eher die alten großen Stars und Entertainer wie Harald Juhnke oder auch Günther „Günthi“ Krause, gerade was Gesang, Tanz und Moderation betrifft. Günther Krause war treuer Stammgast unserer Shows und machte uns bei seinem ersten Besuch das Kompliment: „Ich verneige mich vor euch.“

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