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Jan Josef Liefers mit Radio DoriaLEO Glücksmoment
Jan Josef Liefers mit Radio Doria© Michael Zargarinejad / Universal Music

Jan Josef Liefers kommt mit Radio Doria

Veröffentlicht am Dienstag, 23. Februar 2016

"Die freie Stimme der Schlaflosigkeit" erklingt am 24. März im Anhaltischen Theater Dessau. Diesen Titel trägt das aktuelle Album der Band „Radio Doria“, deren Stimme Filmund Fernsehfans sehr bekannt vorkommen dürfte. Schließlich ist Jan Josef Liefers, Texter und Sänger der Band, nicht nur als "Tatort"-Pathologe Boerne einer der beliebtesten Schauspieler Deutschlands.

Seit über zehn Jahren ist Liefers mit seiner Band unterwegs, die anfangs noch „Oblivion“ hieß. Nach über 200 Konzerten, in denen er sich dem "Soundtrack meiner Kindheit" widmete, stehen die Musiker nun mit eigenen Liedern auf der Bühne. Im LEO-Gespräch zeigt Jan Josef Liefers, dass Musik für ihn nicht einfach nur ein Hobby ist, sondern eine echte Herzensangelegenheit.

Statt Liedern, die mehrere Generationen prägten, gibt es nun ausschließlich Titel, die Sie gemeinsam mit Ihren Bandkollegen geschrieben haben. Wie sehr waren dabei die musikalischen Helden Ihrer Jugend Inspiration?

Jan Josef Liefers: Das lässt sich im Nachhinein schwer aufdröseln. Wie Text und Musik zusammenkommen, ist eine sehr persönliche Sache und hat viel mit dem eigenen Geschmack zu tun. Der wurde in meinem Fall natürlich von den Helden meiner Jugend geprägt, aber solche Prägungen sind nicht statisch, Inspiration und Einflüsse hören ja nie auf.

Wie ist das Album entstanden? Schreibt jeder für sich, gibt es Jam Sessions, gehen Sie gemeinsam in Klausur?

Jan Josef Liefers: Auf alle die genannten Arten. Fast jeder in der Band ist auch Songschreiber, abgesehen von den Texten, die eher meine Baustelle sind.

Aber typischerweise läuft es so ab, dass wir uns für zwei Wochen irgendwohin zurückziehen, wo keiner von uns wohnt, die Telefone ausschalten und einfach konzentriert und gemeinsam Musik machen. Es ist noch nie passiert, dass dabei nichts herauskam.

Als Schauspieler sind Sie äußerst beliebt und erfolgreich. Als Musiker schlüpfen Sie jedoch nicht in eine Rolle und haben den direkten Kontakt zum Publikum, machen sich damit aber auch verwundbar. Was bedeutet es Ihnen, Musik zu machen?

Jan Josef Liefers: Das ist mein zweites Leben. Es ist auch ein zweiter Beruf geworden und kostet Zeit und Energie. Aber das alles geht zurück auf einen frühen Traum, mit einer Band Musik zu machen und Leute gut zu unterhalten. Keine Rolle zu spielen, keine fremden Texte, kein doppelter Boden. Ich habe keine Angst vor dem Publikum, im Gegenteil. Die wollen ja, genau wie ich, einen schönen Abend haben!

Mit dem Wechsel des Bandnamens von „Oblivion“ zu „Radio Doria“ sind Sie bewusst in den Hintergrund getreten, um zu zeigen, dass Sie ein Teil der Band sind und diese nicht Ihr „Anhängsel“. Ist Ihre Prominenz eher Vor- oder Nachteil für den musikalischen Erfolg – oder keins von beidem?

Jan Josef Liefers: Bei den Menschen, die zu unseren Konzerten kommen, ist es vielleicht eher ein Vorteil, denn viele kommen, weil sie neugierig sind. Sie gehen das Risiko, dass es vielleicht scheiße wird, ein, weil sie mich als Schauspieler kennen oder mögen.

Und wir belohnen das damit, dass wir jedesmal unser bestes raushauen, kein Abend sich einfach nur exakt gleich abspult und wir noch nie enttäuschte Rückmeldungen bekamen.
Das mit der Prominenz wird einem eigentlich nur von der Fachpresse vorgehalten und ist insofern medial eher ein Nachteil.

Für „Soundtrack Deutschland“ waren Sie im letzten Jahr gemeinsam mit Axel Prahl auf den Spuren der deutsch-deutschen Musikgeschichte unterwegs. Anfang Februar stand er mit seinem Inselorchester auf der Bühne, die Sie nun mit „Radio Doria“ erobern. Wie stehen die Chancen, dass Sie mal gemeinsam auf Tour gehen?

Jan Josef Liefers: Die Chancen stehen insofern super, als wir uns prächtig verstehen. Musikalisch sind wir auf zwei verschiedenen Dampfern unterwegs. Es käme also darauf an, einen Weg zu finden, beides gut zu verknüpfen. Werde mal darüber nachdenken.

Die sind gebürtiger Dresdner, leben in Berlin, Dessau liegt ungefähr auf halber Strecke. Kennen Sie die Stadt, haben vielleicht sogar einen Bezug zu ihr?

Jan Josef Liefers: Bis jetzt noch nicht. Aber das wird sich ja nun ändern! Klar, bisschen was weiß ich, das Bauhaus, das Theater Dessau, das schon zu DDR-Zeiten einen guten Ruf hatte.

Ich bin sehr gespannt auf unsere Reise nach Dessau und die Menschen, denen wir dort begegnen werden.

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