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Christoph ReuterLEO Glücksmoment
Christoph Reuter© Juliane Naumann

„Musik ist das Zentrum meines Lebens“

Veröffentlicht am Donnerstag, 28. April 2016

Unter dem Titel „Klassik Improvisiert“ wird am 7. Mai zu einem Klavierabend im Bauhaus Dessau eingeladen. Zu Gast ist Christoph Reuter, der in der Region unter anderem als Mitglied von „l‘arc six“ und Komponist der Kinderoper „Oskar und die Groschenbande“ bekannt ist. Mit seinen musikalischen Impressionen zur „Beggar‘s Opera“ war er vor zwei Jahren auch schon im Rahmen des Kurt Weill Festes zu erleben. Und auch diesmal verspricht er einen unterhaltsamen Abend – ausdrücklich nicht nur für Klassikfans.

Worauf darf sich das Publikum bei „Klassik Improvisiert“ freuen?
Christoph Reuter: Vor ein paar Jahren habe ich begonnen, mich improvisatorisch mit verschiedenen Komponisten auseinanderzusetzen. Als das Bauhaus mir anbot, mich mit einer Improvisation an einem Ausstellungsprojekt zu beteiligen, bei dem Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ in verschiedenen Besetzungen gespielt werden, fand ich die Idee daher total super. Es wird aber nicht nur Improvisationen über ihn geben, sondern auch das, was mir ansonsten noch spontan einfällt. Es macht mir große Freude, dass man die Klassik als große Bibliothek betrachten kann, aus der man sich bedienen darf. Ich hoffe auch sehr, dass sich die Leute auf den Abend einlassen. Oft ist es so, dass die Leute, die die „Originale“ hören wollen, Angst haben, dass man da etwas zerpflückt – was überhaupt nicht der Fall ist. Andere haben Berührungsängste, weil sie sich eigentlich nicht für Klassik interessieren. Dabei entsteht gerade durch die Improvisation ein sehr interessanter Brückenschlag. Aber das letzte „Klassik Improvisiert“ in Dessau war sehr schön, deswegen denke ich mal, dass es diesmal genauso wird. Denn letztendlich geht es immer ums Publikum. Wir spielen für Menschen.

Sie leben in Berlin, sind aber häufig hier zu Gast. Was verbindet Sie mit unserer Region?
Christoph Reuter: Ich komme aus Dessau. Da kann man nichts machen, ich werde mein Leben lang Dessauer bleiben. In meinem Kabarett-Programm erzähle ich auch jeden Abend, dass ich aus Dessau-Süd komme. Und wenn man dann beispielsweise sehr weit im Süden der Republik spielt, ist es interessant, dass die Meisten Dessau trotzdem als die Bauhausstadt kennen. Und es ist auch spannend, wenn man die Eigenwahrnehmung mit dem Blick von Außen vergleicht. Ich liebe es, Werbung für Dessau zu machen. Ich verbinde damit sehr viel, meine Familie wohnt noch dort. Dessau ist meine Heimat. Auch wenn ich nicht mehr dort wohne.

Welchen Stellenwert hat Musik, jenseits des „Broterwerbs“, in Ihrem Leben?
Christoph Reuter: Musik IST mein Leben und eine fantastische Kunst. Ich lerne ganz viele Menschen dadurch kennen, ich darf durch die Gegend reisen und habe spannende Erlebnisse. Die Musik gibt mir die Möglichkeit, mit verschiedensten Menschen, auch wenn ich teilsweise ihre Sprache nicht spreche, gemeinsam zu musizieren. Es ist wie eine eigene Sprache. Ich habe noch nichts gefunden, das mir das gibt, was die Musik kann. Die Musik bestimmt meinen Tagesablauf vollständig. Sie ist sozusagen das Zentrum meines Lebens.

Als musikalischer Begleiter sind Sie mit Kabarettist Eckart von Hirschhausen unterwegs, inzwischen haben Sie auch ein eigenes Programm. Wie kam es dazu?
Christoph Reuter: Das ist aus einer meiner geliebten Schnapsideen entstanden, die sich dann weiterentwickelt hat. Der Tourmanager von Eckart von Hirschhausen ist ein Freund von mir und wir haben eine gemeinsame Laufgruppe. Wir laufen also, wenn wir auf Tour sind, immer rund eine Stunde irgendwo entlang. In dieser Zeit kann man viel Quatsch erzählen. Und man sitzt auch ansonsten auf Tour viel zusammen. Irgendwann kam dann die Idee, es einfach mal zu probieren. Vorletztes Jahr habe ich ernsthafter angefangen, letztes Jahr waren es rund 30 Auftritte, in diesem Jahr spiele ich rund 40 Abende Kabarett. Im März durfte ich zum ersten Mal bei der „Lach- und Schießgesellschaft“ in München spielen, auch im „Kommödchen“ in Düsseldorf bin ich inzwischen aufgetreten. Das war für mich als Neuling eine große Ehre, zumal ich ja kein richtiges Kabarett mache. In meinem ersten Programm erzähle ich den Leuten eigentlich nur, warum sie alle verdammt musikalisch sind. Ich entwickele mich, das dauert seine Zeit, aber es macht mir riesigen Spaß, diesen Weg zu gehen. Jetzt baue ich gerade am nächsten Programm, das im Frühjahr 2017 herauskommt. Und damit werden ich dann auch in Dessau zu Gast sein, wie es aussieht.

Gibt es über den 7. Mai hinaus bereits Pläne, wann man Sie ansonsten mal wieder in der Region erleben kann?
Christoph Reuter: Mit Cristin Claas, der Staatskapelle und dem Universitätschor Halle werden wir am 19. Mai ein großes Konzert in der Händel-Halle haben. Im ersten Teil erklingt „Carmina Burana“, im zweiten Teil erklingen wir, auch mit mehreren Titeln, die wir für diesen Abend ganz neu geschrieben haben. Einen Tag später spielen wir im Morizhof Magdeburg, dann wieder als klassisches Trio. Und darüber hinaus sind wir wie gesagt Sachsen-Anhalt und vor allem Dessau sehr verbunden und lieben es, hier in der Gegend zu spielen. Da haben wir begonnen und dahin kommen wir immer wieder zurück. Das ist unsere Heimat.

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