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© Claudia Heysel

"Sie werden von uns hören!"

Veröffentlicht am Donnerstag, 01. September 2016

Das Anhaltische Theater Dessau startet am 3. September mit dem traditionellen Eröffnungskonzert auf dem Theatervorplatz in seine 222. Spielzeit. Mit dem 250. Geburtstag der Anhaltischen Philharmonie steht diese Saison unter einem besonderen Vorzeichen. Geleitet wird das Ensemble seit dem 1. August von Markus L. Frank. Der Generalmusikdirektor war von 2003 bis 2008 bereits an der Bühne tätig. LEO sprach mit dem Orchesterchef über das Jubiläum, seine Rückkehr nach Dessau und seine Pläne für die Anhaltische Philharmonie.

Herr Frank, was bedeutet Ihnen die neue Aufgabe am Anhaltischen Theater Dessau?

Markus L. Frank: Chefdirigent eines so großen Theaters und eines so traditionsreichen Orchesters zu sein, bedeutet natürlich auch eine große Verantwortung. Das nehme ich für mich als Ansporn, mich mit voller Kraft und Energie in die Arbeit zu stürzen! Ich freue mich darauf, hier in Dessau mit der großen Bühne und einem wunderbaren Orchester optimale Bedingungen zu haben, musikalische Vorstellungen und Ideen umsetzen und das Publikum begeistern zu können.

Sie waren von 2003 bis 2008 bereits am Theater und in der Stadt zu Hause. Wie hat sich beides in den letzten acht Jahren verändert?

Markus L. Frank: Mein Eindruck ist, dass sich das Theater in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt hat. Die Kommunikation innerhalb des Theaters ist hervorragend, man würde das woanders wohl als „flache Hierarchie“ bezeichnen. Möglicherweise haben gerade die letzten, schwierigen Jahre die Mitarbeiter zusammengeschweißt. Und die gute Stimmung im Haus strahlt natürlich auch auf unser Publikum aus, und darauf kommt es letztlich an! Ein positives Gefühl habe ich auch in der Stadt: viele Ecken, die vor acht Jahren noch leicht schmuddelig waren, sind richtig schön geworden, an großen Projekten wie dem Bauhaus-Museum oder einer neuen Schwimmhalle sieht man, dass hier etwas in Bewegung ist. Kurz: ich bin gespannt darauf, wieder hier zu leben!

Haben Sie, neben dem Anhaltischen Theater, Lieblingsorte in Dessau und der Region, auf die Sie sich besonders freuen bzw. gefreut haben?

Markus L. Frank: Dessau ist ja wunderschön gelegen! Wir werden die herrlichen Parks in der Stadt und im Umland wieder regelmäßig erkunden. Besonders angetan hatten es uns die Landschaften entlang der Mulde und der Elbe. Ich freue mich besonders darauf, auf den guten Radwegen hier wieder mit der ganzen Familie ausgedehnte Touren unternehmen zu können.

Sie kehren rechtzeitig zum 250. Geburtstag der Anhaltischen Philharmonie zurück. Wie wird dieses beeindruckende Jubiläum gefeiert?

Markus L. Frank: Es wird eine Festschrift geben, die sich ganz speziell der großartigen Geschichte dieses Orchesters widmet. Wir wollen die Tradition aber auch hörbar machen: in jedem Konzertprogrammen der Saison spielen wir das Werk eines Komponisten, der ganz besonders mit unserem Orchester verbunden war.

Ob August Klughardt, Friedrich Schneider oder Heinz Röttger – trotz des würdigen Alters gibt es viel Neues zu entdecken! Der fulminante Start des Jubiläumsjahres wird aber das Festkonzert am 10.September im Anhaltischen Theater. Unter der Leitung von Bertrand de Billy lädt die Philharmonie zum Feiern ein!

Was zeichnet die Anhaltische Philharmonie nach Ihrer Sicht besonders aus?

Markus L. Frank: Die Musiker der Anhaltischen Philharmonie haben ein bemerkenswertes Klangempfinden. Unterschiedliche Musikstile erfordern differenzierte Gestaltung, das dafür nötige Gespür ist nicht jedem Orchester gegeben. Der satte und weiche Dessauer Klang passt wundervoll in unser schönes Theater. Die Musiker spielen mit wachen Sinnen. Ich habe nie ein vergleichbares Orchester gehört, das so aufmerksam und sensibel Instrumentalsolisten oder, aus dem Orchestergraben heraus, Gesangssolisten begleitet hat. Großes Plus!

Was haben Sie sich für Ihre Arbeit mit der Anhaltischen Philharmonie vorgenommen? Wo soll es die nächsten 250 Jahre hin gehen – oder zumindest in den nächsten fünf bis zehn?

Markus L. Frank: Mir ist es wichtig, weiterhin den Zusammenhalt zu stärken und die Öffnung zum Publikum weiterzuentwickeln. Kultur ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer zivilisierten Gesellschaft – und davon sollten wir uns nicht leichtfertig verabschieden! Wir wollen attraktiv sein, nicht nur Publikum ins Theater locken, sondern auch vor Ort in den umliegenden Landkreisen präsent sein. Erste Schritte sind bereits unternommen, das werden wir weiter ausbauen. Es gibt in der Umgebung viele charmante Konzertorte, wo wir auch in kleinen Besetzungen auftreten können, es muss ja nicht immer der große Saal sein! Alle sind herzlich eingeladen – Sie werden von uns hören!

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