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Dezember 2017
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"Melt"-Festival© Stephan Flad

Drei Festivals, fünf Jahrzehnte

Veröffentlicht am Freitag, 26. Mai 2017

Jubiläen sind dazu da, gefeiert zu werden. In diesem Jahr gibt es in der Region gleich drei Festivals, deren aktuelle Ausgabe einen runden Geburtstag markiert. Den Anfang macht „Sputnik Spring Break“, alljährlich mit seinem Termin am Pfingstwochenende eines der ersten Festivals der Saison. 2008 aus den „Turntable Days“ entstanden, wird der 10. Geburtstag vom 2. bis 5. Juni mit einer illustren Gratulantenschar gefeiert.

Sechs Jahre nach seinem letzten Auftritt kehrt beispielsweise „Clueso“ auf die Halbinsel Pouch im Goitzschesee zurück. Nach der Trennung von seiner Band und kreativem Neustart wird der Erfurter nicht nur von den Organisatoren mit Spannung und Vorfreude erwartet. Die Jungs von „Kraftklub“ sind zwar im „Sputnik“-Programm einmal monatlich bei „Radio mit K“ zu erleben, zum „Spring Break“ haben sie es allerdings zuletzt 2013 geschafft. Zum Jubiläums-Festival versprechen die fünf Jungs aus Chemnitz natürlich auch Titel aus ihrem neuen Album „Keine Nacht für Niemand“, das pünktlich zum Fest am 2. Juni erscheint. Fast schon zum Inventar des „Sputnik Spring Break“ könnte man „Lexy & K-Paul“ zählen – so oft war das Berliner DJ-Duo inzwischen bereits beim Festival zu Gast. Weil sie daran genauso viel Spaß haben wie ihr Publikum, legen sie bei ihren Gigs alles auf, wozu man feiern kann. Unterstützung gibt es dabei ab und zu von Rapper „Marteria“ a.k.a. „Marsimoto“. 2017 meldet sich der Rostocker nach einjähriger Kreativpause mit neuem Album zurück auf den Bühnen der Republik – und ist natürlich auch mit einem eigenen Auftritt beim „Sputnik Spring Break“ zu erleben. Insgesamt sind mehr als 100 Künstler, Bands und DJs am langen Pfingstwochenende an der Goitzsche zu Gast, Stars wie Steve Aoki oder Fritz Kalkbrenner ebenso wie Geheimtipps und Neuentdeckungen der Musikwelt zwischen Rock, Rap und Elektro.

Bereits 20 Jahre Festivalgeschichte werden 2017 in Ferropolis gefeiert – und das gleich doppelt und unmittelbar hintereinander. Das „splash!“-Festival lädt vom 6. bis 9. Juli seine rund 25.000 Geburtstagsgäste zum Feiern ein. Es entstand 1998 in Chemnitz und wurde innerhalb weniger Jahre zum größten Hip-Hop- und Reggae-Festival Europas. 2007 und 2008 war Pouch Veranstaltungsort, seit 2009 ist das „splash!“ in der Stadt aus Eisen zu Hause.

Auf den Bühnen stehen nationale und internationale Stars der Rap- und Hip-Hop-Szene. Zum Jubiläum schaut nicht nur „Marteria“ nochmal für einen Auftritt in der Region vorbei, mit „Kollegah“, „Sido“, „Kool Savas“, oder „K.I.Z.“ ist auch ansonsten alles am Start, was derzeit in der Welt des deutschsprachigen Sprechgesang Rang und Namen hat. Glückwünsche aus der Rap-Heimat USA gibt es beispielsweise von Travis Scott, „Tyler the Creator“ und Mac Miller. Einen Haken hat das prall gefüllte Programm allerdings: das „splash!“ ist ausverkauft, nur für den Sonntag waren Wochen vor dem Start noch einige Tagestickets erhältlich.

Etwas entspannter sah die Lage, zumindest im Mai, noch beim „Melt“-Festival aus. Dass sich das bis zum Wochenende vom 14. bis 16. Juli noch ändern wird, scheint aber sicher. In Ferropolis ist das Festival, bei dem elektronische Musik auf Vertreter verschiedenster Genres trifft, bereits seit seiner dritten Auflage im Jahr 1999 zu Hause und nimmt damit eine besondere Pionier-Rolle ein. Das „Melt“ hat die Stadt aus Eisen bekannt gemacht, ohne die einmalige Kulisse von Ferropolis wäre aber wohl auch das Gesicht des Festivals ein völlig anderes.

Zum 20. Geburtstag gibt sich im Schatten der Riesenbagger unter anderem „M.I.A.“ die Ehre. Mit ihrer einzigen Deutschlandshow in diesem Jahr macht sie dem „Melt“ ein besonderes Geschenk. Reingefeiert wird in die Jubiläumsauflage jedoch schon am Abend des 13. Juli. Bei der „Pre-Party“ wird kein geringerer als „Fatboy Slim“ die Turntables zum Rotieren und den Dancefloor zum Schwingen bringen. Und weil zu jedem Geburtstag neben neuen Gästen wie den schrägen Südafrikanern von „Die Antwoord“ auch alte Bekannte gehören, feiern die Indie-Veteranen von „Phoenix“ nach sieben Jahren ihre Rückkehr. Auch die zwanzigste Auflage wird also ein Fest zwischen Wiedersehensfreude, Neuentdeckung und Feiern, bis der Arzt kommt.

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