LEO — Das Anhalt Magazin

Dein Kompass durch Klub,
Kultur und Kneipe in Anhalt.

November 2017
November 2017
LEO November 2017
LEO Tagestipp
Collage von jeweils einer Fotografie von Ludwig Ries und einer Fotografie von Betty Beier
Collage von jeweils einer Fotografie von Ludwig Ries und einer Fotografie von Betty Beier© Bette Beier/Ludwig Ries

Eine künstlerisch-wissenschaftliche Spurensicherung über den Schneeferner

Veröffentlicht am Dienstag, 23. Mai 2017

Der weltweite Rückzug der Gebirgsgletscher ist eines der sichtbarsten Zeichen des Klimawandels. Auch der Zugspitzgletscher, der sogenannte Nördliche Schneeferner, ist davon betroffen. Der größte und höchst gelegene Gletscher Deutschlands verliert jedes Jahr rund einen Meter seiner Dicke. Die Ausstellung "Schnee - Ferne" will diese markanten Veränderungen mit den Mitteln der Kunst und der Wissenschaft stärker ins Bewusstsein rücken.

Die Bildhauerin Betty Beier hat den Nördlichen Schneeferner in einer Expedition erkundet und Abdrücke von Eisschollen genommen. Anschließend wurden die ein Quadratmeter großen Schollen dauerhaft in Acryl und Harz fixiert. Betrachter überraschen sie durch ihre vielen Details, entstanden durch die Witterung, die Beschaffenheit des Eises, Licht und Einschlüsse. Begleitende Zeichnungen, Fotografien und Aufzeichnungen der Künstlerin liefern Informationen zum Fundort der Schollen und dem künstlerischen Arbeitsprozess. Landschaftsfotografien der einzigartigen Schönheit des Zugspitzgletschers und des Schwindens von jahrtausendealtem Eis bilden den zweiten Teil der Ausstellung. Sie wurden durch den Geokölogen Ludwig Ries erstellt, der für das Umweltbundesamt in der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze arbeitet. Auch Informationen zum Alpenobservatorium, dem Schneefernerhaus und zur Gletscherschmelze im Allgemeinen sind Teil der Schau.

Die für das Umweltbundesamt konzipierte Ausstellung wurde im Herbst 2016 im Vorfeld der deutschen Präsidentschaft der Alpenkonvention in München und anschließend in Berlin gezeigt. Vom 24. Mai bis 26. September kann sie kostenfrei im Umweltbundesamt in Dessau besichtigt werden. Geöffnet ist "Schnee - Ferne" montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr sowie an den Wochenenden von 9 bis 16 Uhr.

LEO Tagestipp mit deinen Freunden teilen:

Weitere Tagestipps