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Legenden des AOR in RoßlauLEO Glücksmoment
Legenden des AOR in Roßlau© Veranstalter

Rocklegenden und neue Helden

Veröffentlicht am Montag, 28. August 2017

Ursprünglich sollte das "Escape Open Air" am 8. und 9. September auf der Wasserburg Roßlau seine Premiere feiern. Kurzfristig gaben die Veranstalter jedoch bekannt, dass das Festival aus organisatorischen Gründen in den Beatclub Dessau umziehen muss. Inhaltlich soll sich deshalb aber nichts ändern: Der Hardrock der 1970er Jahre trifft auf der Wasserburg auf den melodischen Bombast der 80er.

Im englischsprachigen Raum wird der Classic bzw. Melodic Rock auch als „Adult Oriented Rock“ (AOR) bezeichnet – also als „Rockmusik für Erwachsene“. Mit ausgefeilten Kompositionen, professionellem Gesang und Texten, die sich Themen jenseits der Pubertät widmen, begeistern die Titel von Bands wie „Deep Purple“ , „Toto“ oder „Def Leppard“ heute noch genauso wie damals. Doch neben den Heroen von einst gibt es jenseits des Chart-Einheitsbreis auch heute weltweit viele jungen Bands, sie sich ganz den „klassischen“ Rockklängen verschrieben haben. Beim „Escape Open Air“ sollen internationale Größen und sehens- bzw. hörenswerte Newcomer die Bühne rocken.

Die Idee zum neuen Festival hatte der Dessauer Ralf Zaizek, selbst begeisterter Fan des Classic Rock. Verstärkung fand er im „Förderverein Junger Musiker“, der als Betreiber des Dessauer „Beatclub“ und Ausrichter von Events wie dem „This is Ska“ über reichlich Konzerterfahrung verfügt. Zudem schließt die Veranstaltung auch eine Lücke, die der Umzug des „Destruction Derby“ nach Ballenstedt hinterließ. Auch das Hardrock-Festival hat seine Wurzeln auf der Wasserburg – die mit der stetig wachsenden Besucherzahl inzwischen jedoch überfordert ist. Die Erwartungen der Organisatoren an das neue Festival sind bescheiden. 500 Besucher sind das Ziel für die Premiere, Rekordzahlen sind auch in Zukunft nicht angestrebt. Gute Musik mit Gleichgesinnten zu genießen und zwei Tage den Alltag hinter sich zu lassen steht im Vordergrund.

Dabei helfen insgesamt mehr als ein Dutzend Bands aus Deutschland, ganz Europa und den USA. Den Auftakt am Freitag um 17 Uhr gestalten „Bonesetter“. Während der Auftritt für die Band mit Mitgliedern aus Wittenberg und Leipzig fast ein Heimspiel ist, haben „Jorge Salan & The Jayhawks“ eine weitere Anreise hinter sich. Die Band um den spanischen Gitarristen verspricht Bluesrock vom Feinsten. Die „Supernova Plasmajets“ aus Mannheim wurden erst 2014 gegründet, die junge Band begeistert aber nicht nur durch ihr tief in den 80ern verwurzeltes Erscheinungsbild, sondern vor allem durch satten Sound und die Rockröhren-Stimme von Sängerin Jennifer Crush. Klassischen Melodic Rock präsentieren anschließend die Briten von „Blood Red Saints“. Einen besonderen Höhepunkt dürfte am ersten Festivalabend der Auftritt von „Treat“ bieten. Schon 1981 wurde die Band in der schwedischen Hauptstadt Stockholm gegründet und steht bis heute wie keine andere für typisch skandinavischen Rocksound. Headliner am Freitagabend ist dann kein geringerer als Joe Lynn Turner. Der Amerikaner sang bei „Rainbow“, „Deep Purple“ sowie für Yngwie Malmsteen und hat neben Songs aus diesen Lebensabschnitten auch zahlreiche Titel seiner Solo-Alben auf der Setlist.

Nach diesem krönenden Abschluss des ersten Abends sollten Besucher etwas Energie tanken, denn am Samstag geht es bereits ab 13 Uhr weiter. Den mittäglichen Weckruf übernehmen die Hallenser von „inUTERO“. Einst als „Nirvana“-Coverband gegründet, erinnert ihr Bluesrock heute eher an die Briten von „Ten Years After“. Anschließend folgt wieder feinster Classic Rock, diesmal von „Rebelhot“ aus dem sonnigen Italien, bevor mit „Violet Janine“ die zweite Band aus Schweden und die zweite Powerfrau des Festivals auf der Bühne steht. Einer der wohl interessantesten Newcomer der letzten Jahre im Bereich AOR sind die Briten von „Bigfoot“, die beim „Escape Open Air“ schon einmal live beweisen wollen, dass ihr bald erscheinendes Debütalbum den Vorschusslorbeeren gerecht wird. Mit „House of Shakira“ und „F***cking Furys“ rocken dann erneut zwei Skandinavien-Exporte die Bühne. Mit einem britischen Dreiklang geht das erste „Escape Open Air“ schließlich ins große Finale: Mit „Praying Mantis“, „FM“ und „Wishbone Ash“-Gründer und -Sänger Martin Turner folgt eine Legende des Classic und Melodic Rock der nächsten.

Wer sich nicht für das ganze Wochenende in die Welt des Rock begeben will, kann übrigens für beide Veranstaltungstage auch ein Tagesticket buchen. Das Lineup und die Begeisterung der Organisatoren für ihre neue Veranstaltung sprechen dafür, dass das „Escape Open Air“ zu einem neuen Dauerbrenner werden könnte. Pläne für eine Fortsetzung im nächsten Jahr gibt es bereits. Das letzte Wort hat jedoch wie immer das Publikum.

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