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Zirkusreifes Varieté in Köthen

Veröffentlicht am Montag, 28. August 2017

In Paris entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts aus öffentlichen Tanzsälen die ersten Varietés. Varieté heißt wörtlich übersetzt Vielfalt oder Abwechslung – und genau das wollen die Programm bis heute bieten, deren Wurzeln in der noch viel älteren Zirkuswelt liegen. Mit seiner inzwischen sechsten Ausgabe will das Köthener Varietéspektakel „La Cour“ diese beiden Aspekte in einer exklusiven Show vereinen. Manege frei für „Le cirque – der Zirkus“.

Eigentlich ist der Kölner Stephan Masur mit seinem Varietéspektakel im Rheinland zu Hause. Seit 2005 ist er der Kopf hinter den Shows, die ursprünglich auf der Kleinkunstbühne „Senftöpfchen“ in der Domstadt zu erleben waren. Vier Jahre später folgte das Bonner „Pantheon“. Zum 800-jährigen Bestehen Anhalts holte Michael Schuster, Geschäftsführer der Köthen Kultur und Marketing GmbH, das Varieté erstmals in den Bachsaal des Köthener Schlosses. Aus dem einmaligen Gastspiel wurde ein Dauerbrenner. „La Cour in Köthen ist eine feste Größe im Jahresprogramm, genau wie die Varietéspektakel im ‚Senftöpfchen‘ und ‚Pantheon‘. Es ist also unser drittes festes Standbein, das mit sechs Jahren ja immerhin sehr stabil ist und unser erster Ensuitespielort außerhalb des Rheinlands“, so Stephan Masur. „Wir fühlen uns hier mehr als wohl in dieser nun sehr langjährigen Partnerschaft und auch sehr gut aufgehoben.“ Die Programme, die in der Bachstadt zu erleben sind, entstehen eigens für den Spielort und sind auch nur dort zu erleben. Das Schloss wird so zum festen Bestandteil des Spektakels. „In Köthen haben wir eine große Bühne, die auch Hängepunkte in größerer Höhe hat. Außerdem ist es sehr angenehm, vor Ort proben zu können. In Köln mieten wir immer einen Probeort an, in Köthen haben wir viel Platz. Und es ist sehr schön, dort zu spielen, wo es einen barocken Fürstenhof gegeben und wo Bach gewirkt hat. Es gibt da auch eine inhaltliche historische Nähe, denn unser barockes Varietespektakel ‚La Cour‘ hat sich hier als eigene Marke etabliert“, so Masur.

Mit der sechsten Ausgabe von „La Cour“ verwandelt sich das Veranstaltungszentrum Schloss Köthen in eine Zirkusmanege. Inspiriert vom ersten Zirkusfilm in Spielfilmlänge, den Charlie Chaplin 1928 drehte, entdeckt ein Tramp den Zauber dieser ganz eigenen Welt, inklusive mürrisch-gestresstem Direktor, märchenhafter Zirkusprinzessin und atemberaubender Artistik. Masurs Paraderolle, der geheimnisvolle „Le Comte“, wird in „Le cirque – der Zirkus“ eine Metamorphose durchlaufen: „Er kommt zwar vor, wird sich im Laufe der Story aber in einen klassischen Weißclown verwandeln, von dem sein Innenleben gar nicht so weit entfernt ist.“, erklärt Masur, „Er ist und bleibt eine wichtige Figur für mich, man sollte aber auch offen für Neues sein und ‚Le Comte‘ passt nicht in jedes Programmthema. Wir wollen ja überraschen und müssen auch für uns selbst öfter etwas Neues machen, um den Hunger zu erhalten und dann mit viel Energie in die Stammrollen zurückzukehren.“

Neues versprechen auch die internationalen Artisten, die „Le cirque“ mit ihrer Kunst gestalten werden. „Tigris“ alias Philipp Klumpp verbindet auf einzigartige Weise Reifenakrobatik und Kontorsion, also das physikalisch fast unmöglich scheinende Verbiegen des eigenen Körpers. Spencer Craig aus Kanada verspricht ausdrucksstarke Akrobatik am Luftring, die auch schon den amerikanischen Präsidenten in Staunen versetzte. „Silea“ aus Berlin tanzt auf dem Seil, balanciert auf Flaschen und ist noch dazu begnadete Bauchrednerin, die mit ihrem schauspielerischen Talent auch ein Herzstück der diesjährigen Inszenierung bildet. Rodrigue Funke, unter anderem zertifizierter Hundetrainer und -verhaltensberater, wird demonstrieren, wie beeindruckend die artgerechte Beschäftigung mit dem Vierbeiner aussehen kann. Das Publikum wortwörtlich verzaubern wird Mike Chao aus Taiwan, der weltweit als Magier gefragt und vielfach preisgekrönt ist. Und auch für musikalische Akzente ist im abwechslungsreichen Varietéspektakel gesorgt. Der gefragte Musicaldarsteller Gerrit Hericks lebt seine ausdrucksstarken Lieder auf der Bühne regelrecht, während der gebürtige Hallenser Ulli Schwinge als Komponist für den guten Ton in der Manege sorgt.

Stephan Masur hofft, dass sich die Leidenschaft aller Beteiligten auch beim sechsten „La Cour“ auf das Publikum überträgt: „Le Cirque ist unsere Liebeserklärung an den alten Zirkus, durch den wir zu Clowns und Artisten geworden sind. Und diese Liebe wollen wir auch bei den Zuschauern wieder entfachen.“

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