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Montage: Rotunde Panorama Wittenberg, Visualisierung
Montage: Rotunde Panorama Wittenberg, Visualisierung© asisi

360 Grad Luther

Veröffentlicht am Donnerstag, 22. Oktober 2015

Einmal durch das Rom der Antike lustwandeln, das barocke Dresden erkunden oder die Regenwälder des Amazonas entdecken, ohne dafür das Ersparte zu opfern – der Künstler Yadegar Asisi macht das alles möglich. Was 2003 mit einem 360°-Panorama des Himalaya im Gasometer Leipzig begann, ist zu einer Erfolgsgeschichte und zum Magneten für Millionen Besucher geworden. Mit „Luther 1517“ erhält Wittenberg pünktlich zum Reformationsjubiläum nun ein ganz persönliches Riesenrundbild.

Menschen in mittelalterlichen Kostümen gehören in Wittenberg zum Stadtbild. Mitte Oktober waren aber weder das Stadtfest „Luthers Hochzeit“ noch der Reformationstag Anlass des Ausfluges in die Renaissance. Die Fotos, die hier entstanden, sind 2017 Teil der Weltpremiere „Luther 1517“. Das Panorama, für dessen Präsentation in der Wittenberger Altstadt eigens eine Rotunde errichtet wird, soll einer der größten Anziehungspunkte des Jubiläumsjahres werden.

Bereits im Mai unterzeichneten Oberbürgermeister Torsten Zugehör, Yadegar Asisi und die Schirmherrin Prof. Dr. Margot Käßmann die Vereinbarung zur Schaffung des 15 x 75 Meter großen Kunstwerks. Für den Künstler, der bereits die weltgrößten Panoramen mit 32 Metern Höhe und einem Umfang von 110 Metern realisiert hat, liegt der besondere Reiz nicht im Format, sondern im Kontext seiner Bedeutung: „Diese Aufgabe ist für mich eine Ehre, Verantwortung und Herausforderung zugleich: Einen Beitrag zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther zu schaffen, der Verantwortung bewusst zu sein, die diese Arbeit mit sich bringt und eine Herausforderung, meiner eigenen Vorstellung für dieses Panorama gerecht zu werden.“

Dass Yadegar Asisi über das nötige Fingerspitzengefühl für diese Aufgabe verfügt, dürfte kaum in Frage stehen. Schließlich finden sich in seinem Werk der letzten Jahre neben malerischen Zeit- und Weltreisen auch sensible Themen wie das im 2. Weltkrieg zerstörte Dresden, die Völkerschlacht in Leipzig oder Berlin zur Zeit der Mauer. Für seine Werke kann er auf ein Recherchearchiv mit bis zu 50.000 Fotos, Zeichnungen, Skizzen und Gemälden zugreifen. Aber auch umfangreiche Recherche- und Fotoreisen und aufwändige Fotoshootings nach einem Story-Board gehören zur Vorarbeit, bevor aus unzähligen Bildebenen am Computer das Panorama entsteht. Auf drei Meter breite und bis zu 32 Meter lange Stoffbahnen gedruckt, wird es anschließend im Rundgebäude installiert. Asisi persönlich finalisiert die Bilder vor Ort per Hand mit Farbe und Pinsel, parallel werden Licht und Ton für die gewünschte Grundatmosphäre sowie die jeweiligen Tag- und Nachtsequenzen eingerichtet. Auch eigens komponierte Musik ist Teil jedes Asisi-Panoramas.

Einzigartig an „Luther 1517“ ist die Verbindung des Panoramakunstwerks mit dem Weltereignis zum Gedenken an die Reformation. Wichtigster Partner ist dabei der Verein „Reformationsjubiläum 2017 e.V.“, der eigens für die Planung der kirchlichen Events durch den Deutschen Evangelischen Kirchentag und die Evangelische Kirche in Deutschland gegründet wurde. Der Verein organisiert neben dem Panorama unter anderem die Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“, die sechs „Kirchentage auf dem Weg“ und den Festgottesdienst, der am 28. Mai 2017 den 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag Berlin-Wittenberg abschließt. Für Errichtung und Betrieb des Panoramas wurde eigens eine gemeinnützige Firma gegründet. Chef der „Luther 1517 gGmbH“ ist mit Ulrich Schneider einer der Geschäftsführer des Vereins, Betriebsleiter ist der Dresdner Camillo Seifert.

Die Eröffnung des Panoramas ist für den Herbst 2016 geplant. Anschließend soll es fünf Jahre lang zur Zeitreise in das Wittenberg der Reformation einladen.

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