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La Cour³: Das Museum lebt!

Veröffentlicht am Montag, 01. September 2014

Köthen ist auf dem besten Weg, sich einen weiteren Beinamen zu verdienen. Denn die Kreisstadt, Bach-stadt und Homöopathiestadt mausert sich zunehmend auch zu Sachsen-Anhalts Varietéstadt. Seit 2012 zieht das Varietéspektakel „La Cour“ einmal jährlich immer mehr begeisterte Fans an. Vom 12. bis 21. September heißt es nun „une nuit au musée“ – „Eine Nacht im Museum“.

Kritiker und Besucher gleichermaßen glücklich zu machen ist ein Kunststück, das in der Unterhaltungsbranche nicht gerade alltäglich ist. Dem Varietéprogramm „La Cour“ ist das bei der Premiere 2012 mit Bravour gelungen. Anfängliche Skepsis wich schnell einhelliger Begeisterung, das neue Angebot wurde zum Geheimtipp – und hat diesen Status spätestens mit „La Cour²“ im vergangenen Jahr gegen den des Besuchermagneten eingetauscht. Nach einer Hofgesellschaft und einer barocken Gauklertruppe widmet sich „La Cour³“ nun einem geheimnisvollen Museum. Am bewährten Konzept halten Stephan Masur und sein eingespieltes Kreativteam fest. Auch diesmal ist das Programm keine Aneinanderreihung von Varieté- und Zirkusnummern, sondern es wird eine Geschichte erzählt, die als Rahmenhandlung den roten Faden des Abends bildet. Im Mittelpunkt steht ein einsamer Nachtwächter, der ruhelos ein Museum durchstreift. Ausgerechnet an seinem Geburtstag ist der Wachmann im Dienst und rechnet eigentlich mit einer ruhigen Nacht. Aber plötzlich erwachen die Bilder und Ausstellungstücke, die tagsüber zur Untätigkeit verdammt sind, im Schutz der Dunkelheit zu ganz eigenem Leben. Die große Stunde der Artistik, von Tanz, pantomimischen Szenen, Schauspielerei und Magie beginnt.

Grundlage für „La Cour³“ ist ein Stück, das vor einigen Jahren sehr erfolgreich im Traditionstheater „Senftöpfchen“ in Stephan Masurs Heimatstadt Köln aufgeführt wurde. Viele Jahre trug Masur seitdem die Idee mit sich herum, auf Grundlage der Inszenierung einen ganz besonderen Varietéabend zu entwickeln. Letztendlich war es die Begegnung mit Lukas Besuch, die neben dem prächtigen Johann-Sebastian-Bach-Saal im Schloss Köthen den Ausschlag für die aktuelle Aufführungsreihe gab. Besuch entpuppte sich als Idealbesetzung für die Rolle des Museumswächters und konnte dem Köthener Publikum schon im letzten Jahr beweisen, dass er es mit sparsamen Gesten ebenso in seinen Bann ziehen kann wie mit unbändiger Übertreibung. In den Bann ziehen werden aber garantiert auch die anderen Darbietungen des Varietéprogramms. Erneut ist es Stephan Masur gelungen, eine Vielfalt internationaler Spitzenartisten zu gewinnen, die jede einzelne Vorstellung zu einem unvergesslichen Erlebnis machen wollen. Selbstverständlich schlüpft auch Masur selbst wieder in seine Paraderolle des exzentrischen „Monsieur Le Comte“, der inzwischen ein Köthener Publikumsliebling ist.

Aber natürlich sind es nicht nur die Menschen auf der Bühne, die „La Cour³“ zu einem wohl nicht nur in Sachsen-Anhalt einmaligen Erlebnis machen. Neben dem kreativen Kopf Stephan Masur sind da in erster Linie Urs Jäckle und Michael Blattmann zu nennen. Jäckle, eigentlich im „Krystallpalast“ in Leipzig zu Hause, übernimmt erneut die Regie des Köthener Varietéspektakels, während Blattmann für beeindruckende Lichtstimmungen sorgen wird, die den Johann-Sebastian-Bach-Saal in eine intensive, dichte Atmosphäre hüllen.

Gemessen am Aufwand vor und hinter den Kulissen sind die Karten für „La Cour³“ auch in diesem Jahr erschwinglich geblieben. Kinder bis 14 Jahren zahlen im Vorverkauf 13 Euro, Erwachsene 21 Euro. Für ein Varietéspektakel ein mehr als günstiges Angebot, das durch die Unterstützung von Sponsoren möglich gemacht wurde.

Auf zehn erfolgreiche Jahre kann Stephan Masur mit seinen Varietéprogrammen in Köln und Bonn inzwischen zurückblicken. Köthen sei inzwischen seine dritte Heimat geworden und auch seine Mannschaft fühle sich auf der Bühne im Schloss Köthen bereits zu Hause, so der Künstler. Bis er auch hier ein rundes Jubiläum feiern kann, wird es noch ein ganzes Weilchen dauern. Sollte das anhaltische Publikum das besondere Angebot aber weiterhin so begeistert annehmen, könnte „La Cour“ aber auf jeden Fall ein fester Bestandteil des regionalen Veranstaltungskalenders werden. Seine Bewährungsprobe hat das Varieté in den letzten beiden Jahren jedenfalls mehr als bestanden. Und es sieht so aus, als ob „La Cour³“ dieses hohe Niveau mindestens halten kann.

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