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Der olympische Gedanke prägte Damals und Heute
Der olympische Gedanke prägte Damals und Heute© Veranstalter

Fest für das Lebenswerk von "Vater Franz"

Veröffentlicht am Donnerstag, 21. September 2017

Der Drehberg zwischen Vockerode und Wörlitz ist ein recht unscheinbarer Hügel, der im Vorbeifahren leicht zu übersehen ist. Nicht nur in der Geschichte des Gartenreichs Dessau-Wörlitz nimmt die kreisrunde Anlage jedoch einen besonderen Stellenwert ein. Von Fürst Franz ursprünglich als letzte Ruhestätte für sich und seine Gattin Luise konzipiert, wurde der Drehberg zu einem Ort, an dem der Ernst des Todes auf die Freude am Leben traf.

Seinen Namen hat der Drehberg vom Wort „dreuge“ für trocken, weil dieser Punkt des Gartenreiches selbst von größeren Hochwassern verschont blieb. Auf dem Hügel ließ Fürst Franz ein an das Pantheon angelehntes Gebäude errichten, unter dem sich die Gruft befand und das später wieder abgetragen wurde. Zahlreiche Sichtachsen machten die Bedeutung des Drehberges im Gartenreich deutlich. Seine Funktion als Begräbnisstätte sollte er nie erfüllen, ab 1777 wurde er für über 20 Jahre aber zum Veranstaltungsort der „Lust am Drehberge“, eines großen Sport- und Volksfestes anlässlich des Geburtstages von Fürstin Luise am 24. September. Die Feste griffen die Idee der Olympischen Spiele der Antike wieder auf und sollen auch als Inspiration des Münchner Oktoberfestes gedient haben.

1992 belebten Schüler des Gymnasiums „Philanthropinum“, dessen gleichnamiger Vorgänger im Auftrag des Fürsten als „Schule der Menschenfreunde“ gegründet wurde, die fast 200 Jahre in Vergessenheit geratene Tradition wieder. Die diesjährige Veranstaltung, zu der am 23. September ab 15 Uhr eingeladen wird, steht unter dem Motto „Das Philan lädt zum Garten(reich)fest – rund um das Lebenswerk des Fürsten Franz“. Neben einer sportlichen Staffel der neuen fünften Klassen und einem Wettkampf zwischen Lehrern, Eltern und Schülern wird auch reichlich Information rund um „Vater Franz“ versprochen. Anlässlich des 200. Todestages des Fürsten widmen sich die verschiedenen Klassenstufen seinem Einfluss auf Gartengestaltung, Architektur und Wirtschaft, seiner Beziehung zu den Philanthropen und der Zeit, in der er lebte. Zum Abschluss lädt der Förderverein der Schule an die „Tafel des Fürsten“ ein.

Da die Parkplätze am Drehberg begrenzt sind, startet um 14 Uhr ein Busshuttle am Dessauer Schlossplatz, das die Besucher um 17.30 Uhr auch wieder zurück in die Stadt bringt.

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