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Illi Oehlmann als Gastwirtin MirandolinaLEO Glücksmoment
Illi Oehlmann als Gastwirtin Mirandolina© Anhaltisches Theater, Claudia Heysel

Liebe und Triebe

Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Mai 2016

Mit Carlo Goldonis Meisterkomödie „Mirandolina“ bespielt das Anhaltische Theater Dessau in diesem Sommer die Wörlitzer Felseninsel „Stein“. In einer Neufassung von Regisseurin Rosemarie Vogtenhuber feiert das Verwirrspiel um eine Frau und vier Männer am 10. Juni Premiere und verspricht dabei viel Theaterspaß.

Als resolute und bodenständige Wirtin einer Florentiner Pension ist Mirandolina eine gute Partie. So erscheint es zumindest dem verarmten Marchese von Albafiorita und dem reichen Grafen von Forlinpopoli, die um die Gunst der selbstbewussten Frau konkurrieren, während Kellner Fabrizio schon alle Hoffnungen auf ihre Zuneigung begraben zu haben scheint. In Wahrheit aber schmiedet der Angestellte eine Intrige, um seine Chefin doch noch für sich zu gewinnen. Mit den beiden eher ordinären als eleganten Schauspielerinnen Ortensia und Dejanira stellt er seinen Gegenspielern eine Falle, die sie von Mirandolina weglocken soll … und hat dabei dummerweise die Rechnung ohne die Wirtin gemacht. Denn die hat sich inzwischen zum Ziel gesetzt, ausgerechnet den Cavaliere von Rippafrata von seinem notorischen Frauenhass zu kurieren.

Carlo Goldoni, ein venezianischer Jurist, schrieb die Komödie im Jahr 1753. Unter dem Titel „La locandiera“ wurde sie im selben Jahr in Venedig uraufgeführt. Mit diesem Stück emanzipierte Goldoni sich von der italienischen Theatertradition, der Commedia dell’Arte. Indem er die Klischee-Figuren dieser Tradition hinter sich ließ, fand er seinen eigenen Komödienstil, der bis ins 20. Jahrhundert hinein großen Einfluss auf das europäische Theater ausgeübt hat.

Die Insel „Stein“ stellt einen perfekten Rahmen für diese Goldoni-Komödie dar. Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau ließ mit dieser Insel, ihren Grotten und Gängen und ihrem künstlichen Vulkan die Erinnerungen seiner Italienreise lebendig werden. Zwar beziehen diese Erinnerungen sich eher auf Neapel als auf Florenz, den Ort der Komödienhandlung. Aber sie sorgen in jedem Fall für ein südliches Flair, in dem die Darsteller des Anhaltischen Theaters Dessau ihre Spielfreude entfalten können.

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