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Die drei Schauspieler Mirjana Milosavljevic, Patrick Wudtke und Stephan KorvesLEO Glücksmoment
Die drei Schauspieler Mirjana Milosavljevic, Patrick Wudtke und Stephan Korves© C. Heyse

Das Anhaltische Theater Dessau im Shakespeare-Wirbel

Veröffentlicht am Donnerstag, 28. April 2016

37 Stücke an einem Abend, Shakespeares Gesamtwerk als Impro-Komödie – mit dieser mobilen Produktion ist das Anhaltische Theater Dessau am 21. Mai auf der Wasserburg Roßlau zu Gast. Drei Schauspieler, ein Auto und ein Anhänger voller Bühnenteile, Requisiten und Kostüme ist alles, was es dafür braucht.

Neben dem traditionellen Sommertheater auf dem Wörlitzer Stein bietet das Anhaltische Theater Dessau damit noch ein weiteres Open-Air-Event an. Zum ersten Mal reist eine Produktion direkt zum Publikum, quer durch Anhalt. Nach der Premiere in Roßlau ist die Inszenierung im Klosterhof Coswig zu sehen und auf der Freilichtbühne Lindau bei Zerbst. Regisseurin Elsa Vortisch knüpft bei ihrer Inszenierung des Stücks „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ an das Theater zur Zeit des wohl größten Dramatikers der Weltliteratur an. Damals gab es keine wechselnden Bühnenbilder oder Bühnentechnik. Alles lag in den Händen der – ausschließlich männlichen – Schauspieler. „Bei uns“, sagt Vortisch, „ist aber auch eine Frau dabei, nur wird sie nicht die weiblichen Rollen spielen, das wäre zu einfach.“

William Shakespeare schrieb 37 Stücke mit insgesamt 1834 Rollen. In voller Länge ergäbe das eine Aufführungsdauer von fünf Tagen und fünf Nächten. Die Inszenierung kürzt daher radikal und will als Zusammenfassung mit Augenzwinkern verstanden werden. Die Regisseurin lässt einen Mann die Julia spielen, präsentiert Othello in einer musikalischen Darbietung und verdichtet die Königsdramen zu einem Fußballspiel. Dabei verbinden sich Schnelligkeit und Improvisation zu unterhaltsamer Komik.
„Der Charakter des Stückes hat selbst etwas Improvisiertes“, sagt Dramaturgin Sabeth Braun, „es gibt schnelle Szenenwechsel, Kostüme werden sich nur übergeworfen und schon ist man in einer neuen Rolle, einem anderen Stück.“ Fans des Alten Theaters dürften sich dabei auch an das Kultformat Wunschfilm erinnert fühlen. Wunschfilm persifliert die großen Streifen der Filmgeschichte mit wenigen Darstellern und kaum Kulissen. „Es hat auf jeden Fall etwas davon und ist ganz sicher ebenso lustig. Falls auch das Wetter mitspielt“ so Sabeth Braun lachend. Hoffen wir also auf Sonne ab dem 21. Mai!

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