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Renaissanceball
Renaissanceball© C. Kroll

Renaissance und Reformation

Veröffentlicht am Montag, 26. September 2016

Im 499. Jahr nach dem Wittenberger Thesenanschlag hat die Spannung und Neugier auf das Reformationsjubiläum 2017 allmählich ihren Höhepunkt erreicht. Doch bevor das kommende Jahr ganz im Zeichen des 500. Jahrestages steht, darf auch jetzt schon gefeiert werden: mit einer musikalischen Zeitreise in die Renaissance und natürlich dem traditionellen Reformationsfest.

„Von Wittenberg in die eine Welt“ ist das Motto des Wittenberger Renaissance Musikfestivals, das vom 22. bis 31. Oktober zum inzwischen 11. Mal in der Lutherstadt gefeiert wird. Ganz bewusst lehnt sich das Fest damit an das aktuelle Themenjahr der Lutherdekade „Reformation und die eine Welt“ an, um der Frage nachzugehen, wie sich die Musik der Reformation in die Welt verbreitet und weiterentwickelt hat.

Insgesamt sind an sechs Spielstätten in Wittenberg zwölf Konzerte, elf Workshops, eine Instrumentenausstellung und der beliebte Tanzball zu erleben. Eröffnet wird das Festival bereits zum zweiten Mal durch das international bekannte Ensemble „Oni Wytars“, in diesem Jahr unterstützt durch die römische Sängerin Gabriella Aiello. Bis Kulttenor Marco Beasley am 31. Oktober den musikalischen Schlusspunkt der Veranstaltungsreihe setzt, werden aber noch zahlreiche weitere renommierte Künstler und Ensembles zu erleben sein. Erstmals zu Gast ist das Ensemble „Santenay“. Die Musiker aus Israel, Frankreich und Deutschland gelten als Experten für die Musik des Mittelalters und der Frührenaissance. Ebenfalls eine Festivalpremiere ist der Auftritt des norwegischen Lautenisten Rolf Lislevand, den Festivalgründer Thomas Höhne als den weltweiten Top-Intrumentalisten seiner Zunft bezeichnet. Lislevand ist nicht nur mit einem Konzert am 27. Oktober zu erleben, er wird auch als Workshopdozent sein Wissen teilen. Neben zahlreichen weiteren etablierten Künstlern wird die 11. Auflage des Festes außerdem erneut eine Plattform für die musikalische Nachwuchsarbeit bieten, beispielsweise mit dem Chor des Nowodworsky Gymnasiums Krakau oder dem Wittenberger Praetorius Consort.

Bei den Workshops erfreuen sich insbesondere die Kurse zur Vorbereitung auf den Tanzball größter Beliebtheit, von denen es auch in diesem Jahr wieder drei Durchgänge geben wird. Ebenfalls äußerst beliebt sind die Workshops für Viola da Gamba, die in bewährter Weise durch die Instrumentalisten Holger Faust-Peters und Lorenz Duftschmid geleitet werden. Das Kursangebot umfasst außerdem Workshops für Harfe, Perkussion, Blockflöte, Hackbrett, Renaissancelaute und historische Blasinstrumente.

Den nahtlosen Brückenschlag zum Reformationsfest schafft am 30. Oktober dann wieder „Die Nacht davor“ im Alten Rathaus Wittenberg. Die Gemeinschaftsveranstaltung des Wittenberger Renaissance Musikfestivals mit der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt zählt seit vielen Jahren zu den größten Publikumsmagneten im Wittenberger Veranstaltungskalender. Den musikalischen Teil des Abends gestaltet die „Wittenberger Hofkapelle“, Stiftungsdirektor Dr. Stefan Rhein nimmt die Besucher außerdem mit auf eine Reise durch das mittelalterliche Europa, in deren Zentrum Philipp Melanchthon steht.

Schon vorher, nämlich pünktlich um 15.17 Uhr, wird im Umfeld des Luthergartens und auf dem Marktplatz am 30. Oktober der Auftakt des Lutherjahres gefeiert. Parallel wird auf dem Markt auch bereits zum historischen Marktspektakel eingeladen. Der Reformationstag selbst wird am 31. Oktober mit Festgottesdiensten in der Stadtkirche und, nach umfangreichen Sanierungsarbeiten, in der Schlosskirche eröffnet. Von 11 bis 19 Uhr wird dann das Wittenberg Luthers wieder zum Leben erweckt, auch die Geschäfte der Innenstadt sind von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Auf dem Markt, in den Straßen, Gassen und Höfen finden die Besucher Handel, Handwerk und Gastronomie. Zahlreiche Musikanten und Gaukler sorgen für Stimmung, unter anderem die Gruppe „Wolgemut“ und das „Duo Brachialis“. Der Eintritt zu allen Angeboten des Marktspektakels ist frei.

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