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Urban-Art-Festival
Urban-Art-Festival "KURA"© Tony Peral

Kunst in Übergröße

Veröffentlicht am Freitag, 26. Mai 2017

Graffiti? Klar, das sind doch diese unleserlichen Schmierereien auf frisch gestrichenen Wänden oder ganzen Zügen! – Wer so denkt, hat bisher offensichtlich nur den unschönsten, wenn auch augenfälligsten, Aspekt der Kunst aus der Sprühdose kennen gelernt. Graffiti oder auch Street bzw. Urban Art ist eine der modernsten künstlerischen Ausdrucksformen. Mit dem Urban-Art-Festival „KURA“ hat sie in Wittenberg seit 2013 einmal jährlich ein besonderes Zuhause gefunden.

Wandmalereien, sogenannte Murals, sind die ersten künstlerischen Spuren, die die Menschheit hinterlassen hat. Schon vor über 30.000 Jahren verewigten Steinzeitmenschen Jagdszenen an Höhlenwänden, die alten Ägypter machten ihre Herrscher und ihre Lebensweise durch bemalte Wände unsterblich und auch Leonardo da Vincis „Letztes Abendmahl“ ist streng genommen Renaissance-Graffitikunst. Heute gehören die großflächigen Murals zum Stadtbild jeder Metropole der Welt und auch auf kleinerem Raum entstehen scheinbar über Nacht teils atemberaubende Kunstwerke.

In Wittenberg existiert seit fünf Jahren eine kontinuierlich wachsende „Stadtraum-Galerie“, die durch den gemeinnützigen Verein „wbmotion“ ins Leben gerufen wurde. Das seit Anfang Mai zum fünften Mal stattfindende Urban-Art-Festival „KURA“ lockte in diesem Jahr unter anderem Künstler und Künstlerkollektive wie „Tasso“, „Klub7“, „Bordalo“ und „Dulk“ in die Lutherstadt – Tarn- bzw. Künstlernamen sind auch abseits illegaler Grafitti-Zeiten Teil der Urban-Art-Szene.

Für die Projekte in Wittenberg gab es natürlich nicht nur offizielle Genehmigungen, sondern auch finanzielle Förderung durch das EU-Programm „Erasmus+“, das Landesverwaltungsamt, Lotto-Toto und die Stadt Wittenberg. Teils riesige Hausfassaden wurden zu Leinwänden, an denen neben der berühmt-berüchtigten Sprühdose auch schon mal die Farbrolle oder der klassische Pinsel zum Einsatz kam. In ihren Bildern setzen sich die Künstler mit aktuellen sozialen und politischen Themen genauso auseinander wie mit Lokal- und Regionalgeschichte.

Zum großen Abschlussevent von „KURA 2017“, dem Urbanen Kultur-Fest, wird am 3. Juni in den Innenhof des Stadthauses Wittenberg eingeladen. Dort werden Ausstellungsreihen der eingeladenen Künstler und Videoinstallationen präsentiert, das Dresdner Kollektiv „Bandits“ malt live und es gibt Hip-Hop mit „Witten Untouchable“ und „Gossenboss mit Zett“.

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