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Die Insel Stein wird erneut zum Kino
Die Insel Stein wird erneut zum Kino© Hartmut Bösener

Kino zwischen Wörlitz und Südsee

Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Juli 2018

Das Kiez-Kino Dessau ist vom 18. bis 24. August wieder reif für die Insel. Und das diesmal sogar im doppelten Sinn. Denn zum einen kehren die Kinomacher für die dritte Ausgabe der Wörlitzer Filmtage zurück auf die malerische Insel Stein im UNESCO-Weltkulturerbe. Und andererseits gibt es mit dem Forster-Jahr der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz einen thematischen Anknüpfungspunkt, der die Inselparadiese der Südsee in die Parkstadt bringt – auch wenn es dort nicht immer paradiesisch zugeht. Romantik, Spaß und Drama kommen beim siebentägigen Festival aber natürlich auch diesmal nicht zu kurz.

Eine Woche früher als bisher sind die Wörlitzer Filmtage diesmal zu erleben. Grund dafür ist vor allem der inszenierte Ausbruch des künstlichen Vesuv, der am 25. und 26. August stattfinden soll. Grollender Vulkan und Kostümkino-Genuss sind nur schwer miteinander vereinbar, ergänzen sich so aber perfekt. Schließlich sind Vulkane auch in der Südsee keine Seltenheit.

Inhaltlich versuchen die Kinomacher, ein ebenso niveauvolles wie unterhaltsames Filmfeuerwerk zu zünden. Eröffnet werden die Filmtage mit der Bestseller-Verfilmung „Die Vermessung der Welt“, in deren Zentrum Naturforscher Alexander von Humboldt und Mathematiker Carl Friedrich Gauss stehen. Der opulent bebilderte Film ist zudem ein Brückenschlag zum Welterkunder Georg Forster. Schließlich war dieser der Mentor und Lehrer Humboldts, der von ihm als großes Vorbild verehrt wurde. Verehrerinnen ganz anderer Art waren Ziel des berühmt-berüchtigten Giacomo Casanova. In der romantischen Abenteuerkomödie, die am Sonntag zu sehen sein wird, steht der Frauenheld allerdings vor unerwarteten Problemen. Denn um in Venedig bleiben zu dürfen, muss er schnellstmöglich heiraten. Dass die Dame seines Herzens nicht im Traum daran denkt, sich ihm einfach hinzugeben, macht die Sache für den erfolgsverwöhnten Eroberer nicht gerade einfacher.

Am Montagabend setzen die Wörlitzer Filmtage dann die Segel in Richtung Südsee. „Die Bounty“ schildert die Ereignisse, die zur wohl berühmtesten Meuterei der Weltgeschichte führten. Die Verfilmung von 1984 gilt als originalgetreueste aller Filmfassungen. Mit den Weltstars Antony Hopkins und Mel Gibson ist sie zudem äußerst prominent besetzt. Die Malerin Angelika Kaufmann, der die Kulturstiftung ihre aktuelle Jahresausstellung widmet, war nicht die einzige Ausnahmekünstlerin ihrer Zeit. Das österreichisch-deutsche Drama „Licht“, das am Dienstag gezeigt wird, erzählt die wahre Geschichte von Maria Theresia von Paradis. Die blinde Klaviervirtuosin ist in den Konzertsälen ganz Europas gefragt. Auf der Suche nach Heilung begibt sie sich in die Hände eines umstrittenen Arztes. Als sie tatsächlich beginnt, die ersten Bilder wahrzunehmen, stellt sie mit Schrecken fest, dass sie ihre musikalischen Fähigkeiten verliert.

Die Musketiere haben sich nach zwei Auftritten von der Insel Stein verabschiedet und machen am Mittwoch Platz für einen weiteren Mantel-und-Degen-Helden. „Cyrano von Bergerac“ ist begnadeter Fechtmeister und spitzzüngiger Poet, wegen seiner gigantischen Nase aber auch von Komplexen geplagt. Als er sich in die schöne Roxane verliebt, nehmen romantische Verwicklungen ihren Anfang. Gérard Depardieu brilliert als Titelheld des Historienfilm von 1990. Romantisch geht es auch am Donnerstag weiter, mit der Jane-Austen-Verfilmung „Stolz und Vorurteil“ von 2005. Im ländlichen England des frühen 19. Jahrhunderts versucht die Mutter der Großbürgerfamilie Bennet, ihre fünf Töchter unter die Haube zu bringen. Elizabeth, ihre Zweitälteste, will sich aber partout nicht für den wohlhabenden Mr. Darcy begeistern, der um ihre Hand anhält.

Zum Abschluss der Dritten Wörlitzer Filmtage geht es mit „Kon-Tiki“ zwar noch einmal in die Südsee, zeitlich aber nur zurück in das 20. Jahrhundert. Der Norweger Thor Heyerdahl steht jedoch ganz in der Tradition Georg Forsters und anderer Welterkunder – und eigentlich sogar in einer viel älteren. Denn mit einem nach uralter Tradition erbauten Holzfloß will er 1947 beweisen, dass die Südsee von Südamerika aus besiedelt wurde. Eine 8000 Kilometer lange Reise beginnt, erzählt in atemberaubenden Bildern.

Die dritten Wörlitzer Filmtage sind eine Gemeinschaftsveranstaltung der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und des Kiez-Kino Dessau. Einlass ist an allen Abenden ab 18.30 Uhr, Veranstaltungsbeginn um 20 Uhr, der Film startet mit der Blauen Stunde. Die gastronomische Versorgung vor Ort erfolgt durch das Ringhotel „Zum Stein“. Reservierungen sind über die Internetseite des Festivals sowie telefonisch unter 0340 8596451 möglich. Tickets im Vorverkauf gibt es beim Ringhotel „Zum Stein“ und der Touristinformation Wörlitz sowie in Dessau im Pressezentrum in der Zerbster Straße sowie direkt beim Kiez-Kino.

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