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Angelika Kauffmann, Amor und Psyche, 1792, Öl/Leinwand, Zürich, Kunsthaus ZürichLEO Glücksmoment
Angelika Kauffmann, Amor und Psyche, 1792, Öl/Leinwand, Zürich, Kunsthaus Zürich© Kunsthaus Zürich

Private Schätze, große Kunst

Veröffentlicht am Dienstag, 26. Juni 2018

Es gibt in jeder Epoche nur wenige Künstler, die noch zu Lebzeiten internationale Berühmtheit erlangen. Das gilt natürlich auch für die Malerei des Klassizismus, in der erfolgreiche Frauen trotz einiger prominenter Ausnahmen eine Seltenheit waren. Die Künstlerin Angelika Kauffmann wurde durch ihr herausragendes Talent, ihren Ehrgeiz und Ihre Geschäftstüchtigkeit zur berühmtesten Malerin der Goethe-Zeit. Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz widmet ihr nun eine ebenso herausragende Ausstellung.

Rund 150 bedeutende Kunstwerke von Angelika Kauffmann werden vom 8. Juli bis 21. Oktober im Haus der Fürstin am Schloss Wörlitz zu sehen sein. Die Ölgemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken, Skulpturen und Dokumente stammen zum überwiegenden Teil aus zwei privaten österreichischen Sammlungen aus Vorarlberg. Ergänzt wird die Ausstellung durch weitere hochkarätige Leihgaben aus öffentlichen und privaten Kollektionen. Ideengeberin, Initiatorin und Kuratorin der Ausstellung ist die als Kauffmann-Expertin weltweit renommierte Kunsthistorikerin Bettina Baumgärtel. Zahlreiche Ausstellungsstücke aus den Privatsammlungen werden erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen sein. Durch die enge Verbindung eines der Sammler zum Gartenreich ist Wörlitz Erstausstellungsort von „Angelika Kauffmann – Unbekannte Schätze aus Vorarlberger Privatsammlungen“. 2019 wird sie in Kooperation mit dem „vorarlberg museum“ in Bregenz und dem „Angelika Kauffmann Museum“ in Schwarzenberg auch dort zu sehen sein.

Eine enge Verbindung, die beinahe schon als Seelenverwandtschaft gelten kann, gab es auch zwischen der Künstlerin und Fürstin Louise von Anhalt-Dessau. Während einer Englandreise mit Fürst Franz war diese der Malerin erstmals begegnet. „…ich sahe dort ihre Arbeiten, sowohl Portraits als Tableaux – beide vortrefflich, besonders aber die letzteren – so deutend, so schön, so fühlend…“, notierte die Fürstin bewundernd in ihrem Tagebuch. Ihre Verehrung für die Künstlerin wurde auch durch die Präsentation zahlreicher Graphiken und eines bedeutenden Gemäldes von Kauffmann im eigens für Louise errichteten Schloss Luisium deutlich. 1796 schuf die Malerin auch ein Porträt Louises, das sich noch heute im Besitz der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz befindet und natürlich auch Teil der Ausstellung ist. Vor rund 100 Jahren verkauft wurde dagegen das eindrucksvolle Gemälde „Amor und Psyche“, das aus dem Kunsthaus Zürich für die Ausstellung wieder in das Gartenreich zurückkehrt.

Das Kunstwerk diente zudem als Inspiration des gartenkünstlerischen Projektes „Amor sucht Psyche“ des Wieners Peter Baldinger, das als Kontrapunkt zur Ausstellung in den Gebäuden die Natur des Gartenreiches einbeziehen soll. In seiner zweiteiligen Intervention will der zeitgenössische Künstler aber ebenso einen Bezug zur Fürstin selbst herstellen, zu ihrem Schicksal und ihrer letztlich glücklosen Liebe. Der erste Teil „Die blühende Potenzialverlaufskurve“ besteht aus einem schmalen Blumenband aus rund 10.000 bunt blühenden Studentenblumen im Wörlitzer Kirchhof. Die Kurve zeichnet das Aktionspotenzial von Neuronen nach, also jener Zellen, die auf die Übertragung von Erregung spezialisiert sind. Im zweiten Ausstellungsteil öffnen bis zu drei Spiegelobjekte im Park Luisium „Das Landschaftsfenster“, das Betrachtern einen „Fehler in der Landschaft“ vorgaukeln und als Metapher dafür stehen soll, dass auch Amors Blick und sein Pfeil ins Leere gehen.

Die Angelika-Kaufmann-Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ein Kombiticket, das neben der Ausstellung auch den Besuch des Schlosses Luisium beinhaltet, ist ebenfalls erhältlich.

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