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Stefan Schneegaß und Mario Welker (v.l.)LEO Glücksmoment
Stefan Schneegaß und Mario Welker (v.l.)© Charakterklasse

Zehn Shows zum 10. Geburtstag

Veröffentlicht am Donnerstag, 26. April 2018

Am 10. Mai 2008 öffneten sich erstmals die Pforten des „CLACK Theater“ in Wittenberg. Die Entertainer Stefan Schneegaß und Mario Welker erfüllten sich damit den Traum von der eigenen Bühne, die ganz der Kleinkunst und dem Varieté gewidmet ist. Trotz zentraler Lage und prunkvoller Räumlichkeiten im als „Marktschlösschen“ bekannten Gebäudeensemble kein ganz risikofreies Vorhaben. Zehn Jahre später ist das „CLACK Theater“ nicht mehr aus dem kulturellen Leben der Lutherstadt wegzudenken.

In seiner über 100-jährigen Geschichte hat das Haus am Markt 1 in Wittenberg schon einiges erlebt. Bereits um 1900 wurde es als Café genutzt, über dessen Gastraum sich die bis heute erhaltene prächtige Stuckdecke wölbte. Nach dem 1. Weltkrieg zog hier ein Wäschegeschäft ein, zu DDR-Zeiten bot ein „Exquisit“-Laden Mode für den gehobenen Geschmack und dicken Geldbeutel an. Immerhin war auch damals bereits ein Café mit einer Bar vorhanden, die sich in einem kleinen Bereich der heutigen befand. Mit dem Einzug des „CLACK Theater“ kehrte das Haus also auch zum Glanz seiner alten Tage zurück.

Zum Jubiläum ihres Traumtheaters verzichten Mario Welker und Stefan Schneegaß auf große Festreden. Das Programm soll im Mittelpunkt stehen und die Freunde des Hauses – auf der Bühne und im Zuschauerraum. Vom 6. bis 15. Mai gibt es zehn Jubiläumsshows mit zahlreichen prominenten Gratulanten. Und auch die Hausherren lassen es sich nicht nehmen, zumindest in ihren Alter Egos als „Costa Divas“ durch die Abende zu führen. Im LEO-Gespräch blickt Stefan Schneegaß auf ein Jahrzehnt „CLACK Theater“ zurück.

Wie blicken Sie heute auf den Start vor zehn Jahren zurück?

Stefan Schneegaß: Es war ein großer Schritt für uns, mit einem eigenen, kleinen Ensemble ein privates Theater zu eröffnen. Viele Freunde, Verwandte und Bekannte hatten Angst, ob in Wittenberg so viel Publikum ist, um den Saal fünfmal die Woche zu füllen. Mit mehr als 20 000 Zuschauern pro Jahr haben wir unsere geschätzte Auslastung mehr als übertroffen. Das macht glücklich und vor allem stolz, dass uns unser Publikum so viel Vertrauen schenkt.

Kleinkunst und Travestie haben in Metropolen wie Hamburg, Köln oder Berlin eine lange Tradition. Was hat Sie daran gereizt, in Wittenberg sozusagen eine eigene zu begründen?

Stefan Schneegaß: Unsere Tradition ist, dass wir in unseren Hausproduktionen grundsätzlich live singen, mit guten Autoren, Regisseuren und Choreografen zusammenarbeiten und jährlich mit circa sieben Programmen Premiere feiern. Diese Abwechslung zieht nicht nur Gäste aus Wittenberg, Dessau und Umgebung sondern auch aus Halle, Leipzig, Berlin zu uns. Wir haben sogar treue Stammgäste aus Wien, die mehrmals im Jahr das CLACK Theater besuchen, um speziell unsere Musicalsänger auf der Bühne zu erleben.

Unser Theater lebt von der Abwechslung eigener Showprogramme, Kabarett, Comedy und wiederum von Gastspielen renommierter Künstler, die Zuschauer sonst nur von großen Bühnen oder aus dem Fernsehen kennen. Bell Book & Candle, Purple Schulz, Chris Tall, Claus von Wagner, Sebastian Pufpaff, Hannelore Hoger, Lilo Wander, um nur einige zu nennen, gaben und geben sich gern die Ehre, bei uns auf der Bühne zu stehen.

Können Sie sagen, wie sich Ihr Publikum zusammensetzt?

Stefan Schneegaß: Da wir von großer Varietéshow über Comedy, Lesung, Konzert bis hin zum Weihnachtsmärchen ein so großes Repertoire haben, ist natürlich auch das Publikum, genau wie unser Spielplan, bunt gemixt. Von zwei bis 97 Jahre (und das ist mit Herbert Köfer wirklich wahr) ist da im Publikum alles vertreten. Natürlich auch dem Programm entsprechend – in einem Comedyprogramm sitzen oft andere Zuschauer als in einer Lesung. Aber das muss auch nicht so sein. Oft wurden wir da schon überrascht. Zum Beispiel als bei der Lesung von Herbert Köfer im letzten Jahr zehn Gäste nicht älter als 30 waren und ihn am Ende sogar mit Standing Ovations ehrten.

Sind im Laufe der Jahre neben der professionellen Zusammenarbeit auch Freundschaften zu den regelmäßig wiederkehrenden Künstlern entstanden?

Stefan Schneegaß: Auf jeden Fall. Lilo Wanders, Lothar Bölck, Dagmar Frederic, Bell Book und Candle, Purple Schulz, Romy Haag, Annemarie Eilfeld, Herbert Köfer... Namen, wo wir sagen, das sind wirklich schon enge Freundschaften. Wir merken das an privaten Treffen und natürlich am regelmäßigen Interesse, wie es uns geht, auch wenn einer der Freunde mal ein Jahr nicht bei uns gastiert. Ganz besonders schätzten wir diese Freundschaften, als alle genannten und noch viel mehr Freunde mit uns gemeinsam gegen die sogenannte „Kulturförderabgabe“ der Stadt gekämpft und damit auch den Erhalt des CLACK Theaters gesichert haben.

Was wünschen Sie sich für die nächsten zehn Jahre „CLACK Theater“?

Stefan Schneegaß: Wir würden uns freuen, wenn wir, als nicht subventionierte Bühne, weiter so viel Programme produzieren und auch weiterhin dank unserer Gastkünstler einen abwechslungsreichen Spielplan gestalten können. Dabei zählen wir natürlich auf das Vertrauen unserer Zuschauer. Denn nur wenn unser Publikum uns die Treue hält, dürfen wir im Jahr 2028 unseren 20. Geburtstag feiern.

Das Hausensemble erwartet folgende Gäste:

06.05.2018
Emmi & Willnowski, Phil Os

07.05.2018
Irmgard Knef, Samira

08.05.2018
Schwarze Grütze, Bart Hoving

09.05.2018
Lilo Wanders, Danilo Mader

10.05.2018
Dagmar Frederic, Tigris

11.05.2018
Tatjana Meissner, Tigris

12.05.2018
Fady Maalouf, Viktoria Lapidus

13.05.2018
Annemarie Eilfeld, Niklas, 500+ Hotel

14.05.2018
Romy Haag

15.05.2018
Lothar Bölck, Marie und Mirko

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