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Rosa Barba, Encounters of Volumes (Visualisierung), 2019 Stahlrahmen, Ton, Licht
Rosa Barba, Encounters of Volumes (Visualisierung), 2019 Stahlrahmen, Ton, Licht© Rosa Barba

Kunst zwischen Klassizismus und Moderne

Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Mai 2019

Das „Werkleitz Festival“ kommt vom 25. Mai bis 10. Juni erstmals nach Dessau. Eigentlich ist das Festival für Filmkultur und Medienkunst, dessen Wurzeln in die frühen 1990er Jahre zurückgehen und das auch als die „documenta des Ostens“ gilt, in Halle beheimatet. Anlässlich des Bauhausjubiläums setzen sich 13 hochkarätige Künstler unter dem Motto „Modell und Ruine“ mit dem titelgebenden Spannungsfeld auseinander.

Vom klassizistischen Georgengarten mit dem Schloss Georgium bis zum klassisch-modernen Ensemble der Meisterhäuser wird sich ab Ende Mai ein Ausstellungsparcours ziehen, der durch Künstler aus Deutschland,Österreich, Frankreich, Italien, den USA und weiteren Ländern gestaltet wird. Mit ihren eigens für das Festival entwickelten Arbeiten wollen die Kulturschaffenden das Bauhaus im größeren Zusammenhang einer 250-jährigen Geschichte der Moderne verorten, die mit der Zeit der Aufklärung beginnt.

Das Filmprogramm des Festivals im Kiez-Kino Dessau sowie die filmische Installation im Mausoleum im Tierpark nehmen die thematische Beziehung zwischen Modell und Ruine zum Ausgangspunkt, um das Verhältnis von Raum und Besitz, Erinnerung und Identität zu reflektieren. Im Kiez-Kino thematisieren historische Dokumentarfilme einerseits die ab Mitte der 1960er aufkommende Kritik an der architektonischen Nachkriegsmoderne und zum anderen das Schicksal eines Magdeburger Steinmetz- und Denkmalpflegebetriebs in der Zeit der Wiedervereinigung.

Das Ausstellungs- und Vermittlungsprojekt „Atlas – Im Spiralnebel der Moderne“, begleitet das „Werkleitz Festival“ im herzoglichen Mausoleum. Der Atlas untersucht den Bestand an Bildern, der sich in der Geschichte der Moderne vom späten 18. Jahrhundert bis heute zwischen den Kraftpolen Modell und Ruine findet.

Auf der historischen Bauhausbühne ist am 8. Juni die audiovisuelle Performance „Manufactory“ zu erleben. Zum Soundtrack des renommierten Musikers Sascha „Apparat“ Ring und ausgehend von visuellen Bewegungsmustern handwerklicher Praxis zeichnet sie den Wandel physischer Arbeit zu den Routinen moderner Fertigungslinien nach. Thematische Exkursionen in das Stadtarchiv und das Museum für Stadtgeschichte sowie den Wörlitzer Park runden das Festival ab und laden zu epochen- und zeitübergreifenden Betrachtungen ein.

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