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LEO Tagestipp

Kino mit Botschaft

Veröffentlicht am Montag, 23. September 2019

Bedeutende Themen und besondere Filme stehen Ende des Monats im Fokus zweier Filmfestivals in Wolfen und Köthen. Die 8. Wolfener Filmtage stehen vom 23. bis 27. Oktober unter der Überschrift „30 Jahren Herbst 1989 – Von Mauerbau bis Mauerfall im DEFA-Film“. Der Verein „Mitteldeutsche Filmfreunde“ zeigt unter dem Motto „Es geht uns alle an“ sechs Filme, die sich gesellschaftlichen Themen widmen, die noch allzu oft ignoriert oder sogar tabuisiert werden.

In der Nacht zum 13. August 1961 gab der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze in Berlin. Über 28 Jahre lang zog sich die Mauer durch die Hauptstadt, trennte Ost und West, riss Familien auseinander und forderte mindestens 140 Menschenleben. Die 8. Wolfener Filmtage erinnern mit sechs ausgewählten DEFA-Filmen sowie einer Produktion aus dem Jahr 1995 an den langen Weg vom Mauerbau bis zum Mauerfall. Kuratiert und moderiert von Paul Werner Wagner wird jeder Film durch ein Gespräch mit Filmbeteiligten oder -experten begleitet.

Menschen mit Behinderung, Inklusion, Angst und die sexuelle Selbstbestimmung der Frau sind inhaltliche Schwerpunkte der 5. Köthener Filmtage. Die Dokumentation „Kinder der Utopie“ lässt beispielsweise junge Erwachsene zu Wort kommen, die bereits 2005 als Schüler einer Inklusionsklasse mit der Kamera begleitet wurden. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion werden unter anderem Vertreter des Bildungsministeriums sowie die Special-Olympics-Siegerin Juliane Dietrich erwartet. „#Female Pleasure“ porträtiert fünf Frauen, die sich über religiöse und gesellschaftliche Schranken hinweg für die sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung einsetzen. Der Film wird ebenfalls durch ein Gespräch begleitet, zu dem Regisseurin Barbara Miller zu Gast ist. Davor ist mit „Erbsen auf halb 6“ im Kultur- und Veranstaltungszentrum Köthen bereits die Geschichte einer, im wahrsten Sinne des Wortes, blinden Liebe zu erleben. Neugierige können im Anschluss auch selbst einen Parcours in völliger Dunkelheit absolvieren.

Die vollständigen Programme gibt es auf den Internetseiten der Veranstalter sowie im LEO-Veranstaltungskalender. Der Besuch der Köthener Filmtage ist kostenfrei, für die Wolfener Filmtage werden 8 Euro pro Vorstellung oder 25 Euro für eine Dauerkarte fällig.

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