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Das Logo der "Night of Light"© Veranstalter

Flammender Appell der Veranstaltungsbranche

Veröffentlicht am Freitag, 19. Juni 2020

Die Veranstaltungswirtschaft in ganz Deutschland kämpft um ihre Existenz. Seit den ersten Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise liegt die Branche quasi brach, trotz aller Lockerungen der letzten Wochen ist eine wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen aufgrund der geltenden Auflagen und Restriktionen nahezu unmöglich. Mit der "Night of Light" wollen mehr als 5.000 Teilnehmer im gesamten Bundesgebiet auf ihre Lage aufmerksam machen und einen Dialog mit der Politik fordern.

Am Montag, dem 22. Juni, werden von 22 Uhr bis 1 Uhr über 5.000 Veranstaltungsorte, Wahrzeichen und Firmengebäude in kräftigem Rot erstrahlen. Eine Signalfarbe, die als flammender Appell eines Wirtschaftszweiges gilt, der als einer der ersten von der Krise betroffen war, bis heute von ihr besonders betroffen ist und wohl auch am längsten betroffen sein wird. Und das gilt nicht nur für Veranstaltungsagenturen, Künstler oder Messeveranstalter, sondern für über 150 Gewerke und spezialisierte Berufe, die direkt oder indirekt mit der Branche verbunden sind, vom Zulieferer oder Caterer über Messebauer und Technikfirmen bis zu verschiedensten Dienstleistern. Derzeitige Hilfsprogramme bestehen fast ausschließlich aus Krediten, die in einer Zeit des Einnahmerückgangs von 80 bis 100 Prozent die Schulden der Betroffenen sogar noch wachsen lassen. Denn im Gegensatz zum produzierenden Gewerbe können entgangene Umsätze nicht nachgeholt und auch nichts "auf Lager" produziert werden. Der Initiator der Aktion, Tom Koperek, Vorstand der LK-AG Essen, sieht die gesamte Branche daher auf der Roten Liste der aussterbenden Arten: "Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht!"

Ziel der gemeinsamen Aktion ist es, die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft zu thematisieren, die in normalen Jahren allein mit Konzerten, Volksfesten, Firmenfeiern und Messen rund 500 Millionen Besucher anzieht. Gefordert wird ein Branchendialog mit der Politik, an dessen Ende ein gemeinsamer, verantwortungsvoller und nachhaltiger Weg aus der Krise steht, mit echter Hilfe anstelle von Kreditprogrammen. Mit über einer Million Beschäftigten und einem jährlichen Kernumsatz von über 10 Milliarden Euro zählt allein die Veranstaltungsbranche zu den größten Sektoren der deutschen Wirtschaft, unter Einbeziehung der Kultur- und Kreativwirtschaft sind sogar mehr als drei Millionen Menschen direkt betroffen.

Das Rot der "Night of Light" steht jedoch nicht nur für den flammenden Appell und für die "Alarmstufe Rot" für hunderttausende Arbeitsplätze und einen Milliardenmarkt. Sie steht auch für die brennende Leidenschaft der Betroffenen für ihre Tätigkeit, die für die meisten weitaus mehr ist als "nur" ein Job. In unserer Region werden unter anderem die Bagger von Ferropolis, das Alte Rathaus in Wittenberg, der Krafwerksschornstein sowie das Kornhaus in Dessau, das Schloss Köthen und die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen in der Nacht zum Dienstag in roten Lichtschein getaucht.

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