LEO — Das Anhalt Magazin

Dein Kompass durch Klub,
Kultur und Kneipe in Anhalt.

April 2020
April 2020
LEO April 2020
LEO Tagestipp
Berliner Mädchenchor Vokalconsort
Berliner Mädchenchor Vokalconsort© Veranstalter

Abgesagt! - Ein Fest für Chöre und Orchester

Veröffentlicht am Dienstag, 25. Februar 2020

Die Stadt Dessau-Roßlau hat bis einschließlich 27. März alle Veranstaltungen aufgrund des Corona-Virus untersagt. Auch diese Veranstaltung entfällt daher bzw. wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Ursprüngliche Meldung:

Zum 50. Mal wird vom 20. bis 22. März das bedeutendste Fest der Amateurmusik Deutschlands, die „Tage der Chor- und Orchestermusik“, gefeiert. Seit 1971 wird das Festival, das als Rahmenveranstaltung für die Verleihung von Auszeichnungen für Chor- und Orchestermusiker entstand, jährlich in einem anderen Bundesland ausgerichtet. Nach dem thüringischen Gotha ist nun Dessau-Roßlau Gastgeber für rund 1.000 Aktive aus ganz Deutschland.

„Deutschland feiert die Musik. Und die, die sie machen“ lautet das Motto des dreitägigen Festivals, das ganz gezielt die Menschen in den Mittelpunkt stellt, die sich in ihrer Freizeit und mit viel Leidenschaft dem Musizieren widmen. 14 Millionen Menschen sind in Deutschland als Hobbymusiker aktiv und sollen mit der Veranstaltung besonders gewürdigt werden. Von traditionell bis modern, von A wie A Cappella bis Z wie Zupfmusik ist auch bei der Jubiläumsauflage in Dessau alles dabei.

Anlass, Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt der drei ereignisreichen Tage ist die Verleihung der ersten Zelter- und Pro-Musica-Plaketten in diesem Jahr durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Beide Auszeichnungen wurden in den 50er und 60er Jahren durch seine Amtsvorgänger ins Leben gerufen, um Chöre und Orchester zu würdigen, die seit mindestens 100 Jahren ununterbrochen musikalisch aktiv sind. Zuvor allerdings versprechen die Veranstalter vom Bundesverband Chor & Orchester e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Dessau-Roßlau ein umfangreiches Programm zum Genießen und Mitmachen.

Eröffnet wird das Wochenende am 20. März um 20 Uhr mit einem Auftaktkonzert in der Johanniskirche. Das Programm wird von einigen der bekanntesten Chöre und Orchester Dessau-Roßlaus gestaltet. Eine musikalische Visitenkarte und ein erster Beleg der äußerst lebendigen Musiklandschaft der Doppelstadt. Immerhin 14 der 40 beteiligten Gesangs- und Instrumentalensembles aus zehn Bundesländern stammen aus der Gastgeberstadt. Der Eintritt ist frei. Das gilt übrigens für sämtliche Veranstaltungen an allen drei Festivaltagen. Einen Kartenvorverkauf gibt es daher natürlich nicht. Die Türen der Spielorte bleiben offen, so lange Plätze verfügbar sind.

Der Sonnabend hat es als Haupttag des Musikfestes in sich. Ab 11 Uhr wird an die Bühne auf dem Dessauer Marktplatz eingeladen. Bis 17 Uhr geben hier verschiedene Chöre und Orchester – oder auch beide zusammen – in „Schnupperkonzerten“ einen Vorgeschmack auf das musikalische Programm des Wochenendes. Einen besonderen Schwerpunkt des diesjährigen Festivals bilden im Instrumentalbereich die Zupforchester, die mit sieben Ensembles vertreten sind. Aber auch klassische Orchester, Bläserformationen und Weltmusik werden zu erleben sein. Vor allem geistliche Klänge erwarten die Besucher dagegen naheliegenderweise beim Ökumenischen Festgottesdienst, zu dem am Sonnabend um 15.30 Uhr in der Johanniskirche eingeladen wird. Spätestens 17.30 Uhr sollten sich Sangesfreudige jedoch wieder auf dem Marktplatz einfinden. Das dann angebotene „Offene Singen“ ist eigentlich selbsterklärend: Alle dürfen bei Liedern, Kanons und Chorälen mitmachen, Teil eines A-Cappella-Auftritts werden oder Solo mit Klavierbegleitung intonieren. Noten und Texte gibt es direkt vor Ort.

Am Abend zeigt sich dann endgültig die volle Bandbreite der Chor- und Orchestermusik. Die „Nacht der Musik“ verspricht rund 40 Kurzkonzerte an zehn Spielorten im Stadtgebiet, mit fast 1.000 Mitwirkenden und mehr als 20 Stunden Livemusik. Maximal 1.500 Meter Luftlinie liegen zwischen den Veranstaltungsorten. Die zentrale Eröffnung ist um 19 Uhr in der Petruskirche zu erleben. Eine Stunde später wird zusätzlich auch im Hörsaal des Umweltbundesamtes, in der Musikschule „Kurt Weill“, In der Probsteikirche St. Peter und Paul, im „Café Hilde“, im Bauhaus Museum Dessau, im Alten Theater, in der Marien- und in der Georgenkirche musiziert. Jedes Konzert dauert 30 Minuten, mit einer anschließenden 15-minütigen Pause vor der nächsten Aufführung, in der Besucher bequem zum nächsten Veranstaltungsort wechseln können – aber natürlich nicht müssen. Zum Ausklang wird ab 23 Uhr in das Bauhaus-Museum eingeladen, wo alle Akteure und Besucher ohne feste Endzeit weiterfeiern können.

Wer den Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht verpassen will, sollte es in der Nacht allerdings vielleicht nicht übertreiben. Um 11 Uhr beginnt der große Festakt zur Auszeichnung der traditionsreichen Chöre und Orchester im Anhaltischen Theater Dessau, zu dem auch Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff erwartet wird. Musikalisch umrahmt wird die Zeremonie durch ausgewählte Spitzenensembles wie dem Bundesakkordeonorchester. Diese Veranstaltung ist ebenfalls für alle Interessierten öffentlich und kostenfrei, aufgrund der hohen Sicherheitsbestimmungen aber natürlich nicht für spontane Besuche geeignet. Noch bis zum 15. März können die personengebundenen Tickets gegen Angabe von Vor- und Zunamen, Geburtsdatum und -ort unter www.tcom2020.de reserviert werden.

An allen drei Veranstaltungstagen ist im Foyer des Bauhaus Museum Dessau ein Infostand eingerichtet, der stets aktuelle Informationen rund um die „Nacht der Musik“ und die „Tage der Chor- und Orchestermusik“ insgesamt verspricht. Musikfreunde können aber natürlich auch einfach ihrem Gehör folgen, denn vom 20. bis 22. März dürfte über der ganzen Dessauer Innenstadt eine Vielzahl wohlklingender Melodien schweben.

LEO Tagestipp mit deinen Freunden teilen:
LEO Steady (Top/Contentbreak)
LEO Steady (Top/Contentbreak) - LEO Steady

Werbung

Weitere Tagestipps