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Karl Lagerfeld: Suite 3906, Fendi Herbst/Winter 2010/11.LEO Glücksmoment
Karl Lagerfeld: Suite 3906, Fendi Herbst/Winter 2010/11.© Karl Lagerfeld

Der Fotograf Karl Lagerfeld

Veröffentlicht am Dienstag, 25. Februar 2020

Als Designer und Modeschöpfer hat Karl Lagerfeld die Modewelt des 20. Jahrhunderts geprägt wie kein anderer. Schon Mitte der 1950er Jahre begann der gebürtige Hamburger seine Karriere in Paris, spätestens als Chefdesigner des französischen Modehauses „Chanel“ wurde er ab Anfang der 80er Jahre auch jenseits der Laufstege berühmt. Weißer Zopf, Stehkragen und Sonnenbrille wurden zum Markenzeichen des ebenso genialen wie exzentrischen Künstlers, den Fans und Presse auch „Modezar“ oder „Kaiser Karl“ nannten. Seinem fotografischen Schaffen widmet sich ab 8. März eine Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg Halle.

„Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive“ ist der ebenso knappe wie aussagekräftige Titel der Sonderausstellung, die es in dieser Form in Mitteldeutschland noch nicht gegeben hat. Ohnehin waren die fotografischen Werke des vor rund einem Jahr verstorbenen Designers bisher hauptsächlich international zu sehen. Die Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg ist zudem die letzte, an der Lagerfeld persönlich mitgewirkt hat. Gestaltet wird sie in Zusammenarbeit mit dem Göttinger Verleger Gerhard Steidl, den der Modeschöpfer einst als den „besten Drucker der Welt“ bezeichnete und mit dem er fast 30 Jahre lang eng zusammenarbeitete. Seit 1993 wurden alle Bücher, Kataloge, Werbe- und Pressematerialien für Lagerfeld und „Chanel“ im Verlag Steidls gedruckt. Zusammen mit Eric Pfrunder, dem künstlerischen Leiter der Imageabteilung von „Chanel“, ist Steidl auch Kurator der Ausstellung. Die rund 300 Fotografien aus dem Schaffen Karl Lagerfelds wurden eigens für die Präsentation im Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalts ausgewählt und produziert. Darunter sind auch Werke zu finden, die zum ersten Mal überhaupt in der Öffentlichkeit zu sehen sein werden.

Die Retrospektive auf ca. 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche erforscht die vielfältigen Motive, Herangehensweisen und Medien, die Lagerfelds sehr persönliche und ständig wechselnde Interpretation der Fotografie ausmachen. Als scharfsinniger Beobachter seiner Umwelt widmete er sich einer Vielzahl an Interessensgebieten, darunter Architektur, Landschaft, Abstraktionen, Porträts und Selbstporträts. Und natürlich auch der Modefotografie, die sowohl Teil seiner Werbekampagnen für Modehäuser wie „Fendi“ als auch Editorial-Shots für bedeutende internationale Modezeitschriften von der „Vogue“ bis zu „Harper’s Bazaar“ waren. „Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive“ macht aber auch die künstlerischen Referenzen und Vorbilder deutlich, die der Fotograf Lagerfeld interpretiert und transformiert – von Poeten wie Oscar Wilde und Ovid über die Gemälde Lyonel Feiningers oder Edward Hoppers bis zu den Filmen von Fritz Lang und den Fotografien von Edward Steichen.

Die Ausstellung kann vom 8. März bis 23. August täglich, außer mittwochs, von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Das Ticket zum Preis von 12 Euro (ermäßigt 9 Euro) gilt für den Besuch des gesamten Museums mit allen Ausstellungsbereichen.

Eine Woche nach „Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive“ eröffnet in der Kunsthalle „Talstrasse“ in Halle eine weitere Ausstellung, die sich einem außergewöhnlichen Fotografen aus der Modewelt widmet – und die auch die Moritzburg ihren Besuchern ans Herz legt. „Guy Bourdin – Pariser Avantgarde der Nachkriegswelt“ widmet sich dem mehr als 50-jährigen Schaffen des Franzosen, der für fast alle führenden Modehäuser und -magazine arbeitete. Guy Bourdin schuf mit dem Blick eines Malers komplexe Bilder und außergewöhnliche Kompositionen. Seine surreale Bildsprache brach radikal mit allen Konventionen der Mode- und Werbefotografie und erhob anstelle eines Produktes eine mehrdeutige, oft rätselhafte, Geschichte zum Bildinhalt. Was in den 1950er Jahren Revolution und Provokation zugleich war, wird heute in den renommiertesten Museen der Welt ausgestellt, wie dem MoMA in New York oder dem Londoner Victoria & Albert Museum.

Begleitend zur Ausstellung in der Kunsthalle sind Filme, Lesungen, Vorträge und Führungen geplant. Die Ausstellung selbst ist täglich außer montags ab 14 Uhr geöffnet, wochentags bis 19 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bis 18 Uhr.

Zwei Ausstellungen mit absolutem Seltenheitswert in einem Umkreis von wenigen Gehminuten, die nicht nur ausgewiesene Modefreunde ansprechen, sondern auch alle, die sich für außergewöhnliche, wegweisende Fotografie, eine bedeutende, aber im Vergleich zu seinen Modekreationen weniger bekannte, Facette im Schaffen von Karl Lagerfeld oder ganz einfach ein besonderes Stück Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts interessieren.

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