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Filmszene
Filmszene "Systemsprenger"© Port au Prince Pictures / Peter Hartwig

Kino und die Kinder dieser Welt

Veröffentlicht am Donnerstag, 24. September 2020

Schon zum sechsten Mal wird vom 29. Oktober bis 3. November zu den „Köthener Filmtagen“ eingeladen. Gastgeber ist bereits seit der Premiere der Verein Mitteldeutsche Filmfreunde e.V.. Unter der Überschrift „Kinder dieser Welt“ stellen die Veranstalter erneut ein zwischenmenschliches Thema ins Zentrum des Festivals – auch, um zu zeigen, wie viel die Menschheit abseits von Sprache, Nationalität oder Religion rund um den Globus verbindet. Was die Besucher in diesem Jahr erwartet, wie die Filmtage entstanden und wie es weitergehen soll, verrät ihr künstlerischer Leiter Matthias Kunze.

Warum heißt Ihr Verein eigentlich Mitteldeutsche und nicht Köthener Filmfreunde?

Matthias Kunze: Der Verein wurde im Januar 2015 durch neun Mitarbeiter der Mercateo Deutschland AG aus Köthen und Leipzig gegründet. Außerdem bewegten wir uns in den ersten drei Jahren unter dem Dach des „Europäischen Filmfestivals der Generationen“, als erster Standort in Mitteldeutschland und überhaupt in den Neuen Bundesländern. Uns war es von Anfang an wichtig, unserer Arbeit durch die Namensgebung keine Grenzen zu setzen.

Heute sind noch vier Gründungsmitglieder dabei. Neue Kollegen kamen dazu, aber inzwischen auch Zuschauer, die an einer lebendigen regionalen Kinolandschaft interessiert sind und Spaß an der Vorbereitung der Filmtage haben. Menschen, die Spaß an der Organisation von Filmveranstaltungen haben, dürfen sich auch weiter gerne bei uns melden.

Wie nimmt das Publikum die Filmtage mit ihren durchaus anspruchsvollen Themen an?

Matthias Kunze: Das war von Anfang an erstaunlich. Im ersten Jahr kamen sogar Zuschauer, die über 90 Jahre alt und schon länger als 30 Jahre nicht mehr im Kino waren. Außerdem war es uns von Anfang an wichtig, die Veranstaltungen bei kostenfreiem Eintritt allen möglich zu machen. Das gilt, dank der Menschen, die die Filmtage absichern, bis heute. Unsere Absicht, das Publikum in die Podiumsgespräche mit einzubeziehen, hat vom ersten Jahr an funktioniert und ich denke, dass die Zuschauer unser Konzept inzwischen sehr gut verstanden haben. Das haben sie im letzten Jahr mit 390 Zuschauern gezeigt.

Wo werden die Filmtage veranstaltet?

Matthias Kunze: Normalerweise haben wir mit dem Anna-Magdalena-Bach-Saal im Köthener Kultur- und Veranstaltungszentrum eine sehr schöne Spielstätte gefunden. In diesem Jahr mussten wir, um die Corona-Auflagen zu erfüllen, einen entsprechend großen Raum finden. Das ist gar nicht so einfach in Köthen. Mit unserer Anfrage hat uns das Präsidium der Hochschule Anhalt sehr schnell und unkompliziert das Auditorium zur Verfügung gestellt. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit ist die Zuschauerzahl zwar auf max. 80 begrenzt, bietet aber für unsere fünf Veranstaltungen die Sicherheit von ausreichend Abstand.

Außerdem werden wir erstmals mit dem Köthener Kino „Cine Circus“ zusammenarbeiten und dort fünf Filme zeigen. Darauf freuen sich alle Beteiligten sehr. Wollen wir doch gemeinsam für eine lebendige Kulturlandschaft einstehen und nicht gegeneinander arbeiten. Das wird sich eine Woche später im Rahmen der „Jüdischen Festwoche Köthen“ mit zwei weiteren Filmen fortsetzen. Da laufen noch Verhandlungen mit der Akademie der Künste in Berlin. Im nächsten LEO wird mehr darüber zu lesen sein.

Was erwartet die Besucher mit dem Thema „Kinder dieser Welt“?

Matthias Kunze: Die Idee dahinter ist, Kinder und Jugendliche sowie auch Filme rund um den Erdball zu zeigen. Uns geht es um zwischenmenschliche Beziehungen in den Filmen, die so unterschiedlich in der Welt nicht sind, wenn es um Kinder geht. Das werden am Ende die Zuschauer spüren. Wann haben Sie das letzte Mal einen kubanischen Film gesehen oder einen aus Saudi-Arabien? Anlässlich der Filmtage wird es möglich sein. Zum Film „Systemsprenger“ wird es ein anschließendes Podiumsgespräch am Abend des 30. Oktober geben und tags darauf nach dem Film „Nicht ohne uns“ werden die Zuschauer erfahren, warum u.a. eine Oma einen Verein für eine bessere Zukunft unserer Enkel gegründet hat und welche Bedeutung Algenforschung in Köthen für eine veränderte Welt haben wird.

Sie haben im letzten Jahr mit einigen Filmen experimentiert. Wird das auch in diesem Jahr fortgeführt?

Matthias Kunze: Das ist richtig. Wir haben zwei Filme gezeigt, die für nichtsehende Kinobesucher geeignet waren durch Nutzung der „Greta“-App und als Hörfilm. Beim preisgekrönten Dokumentarfilm „#Female Pleasure“ wurden Untertitel eingespielt, das Original lief in 5 Sprachen. In diesem Jahr werden wir das mit unserem Abschlussfilm am 3. November, „Der Sohn der Anderen“, in französischer Sprache und deutschen Untertitel fortführen. Ein sehr berührender Film, der hoffentlich an einem Dienstagabend viele Zuschauer erreichen wird.

Abschließend die Frage, wie geht es 2021 weiter?

Matthias Kunze: Was wir im November zur Jüdischen Festwoche beginnen, werden wir im Januar und März mit zwei weiteren Filmen als „FreiRaum_Stadtkino“ in Zusammenarbeit mit dem Köthener Kino und der Akademie der Künste fortführen. Dank der Projektunterstützung durch „Demokratie Leben Köthen“ werden wir in den Sommermonaten mit unserem „FreiRaum_Landkino“ zu den Zuschauern in ihre Ortschaften und Dörfer gehen. Darauf freuen wir uns sehr. Und im Oktober wird es dann natürlich die 7. Auflage der Köthener Filmtage geben.

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