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"Neue Vocalsolisten"© Sebastian Berger - www.sebastian-berger.de

Neue Musik gegen die Leere

Veröffentlicht am Freitag, 25. September 2020

Eine Einladung, die Weite Sachsen-Anhalts und das Unbekannte in der zeitgenössischen Musik zu erkunden, sollte das diesjährige Motto des „Impuls“-Festivals eigentlich sein. Doch seit dem Frühjahr hat „Enter the Void“ (Betritt die Leere) unfreiwillig an Aktualität und Brisanz gewonnen. Es wird nun auch zu einem existenziellen Aufruf der Kreativbranche und soll durch das Füllen der Leere und das künstlerische Kreieren von Neuem die Systemrelevanz von Kultur verdeutlichen.

38 Festivaltage, 17 Uraufführungen und Auftragskompositionen, zwei Deutsche Erstaufführungen, Künstler und Ensembles aus 17 Ländern und Konzerte in zehn Städten – von Leere oder Stillstand kann beim 13. „Impuls Festival für Neue Musik Sachsen-Anhalt“ keinesfalls die Rede sein. Seinem Ruf als dynamisches und agiles Festival wird die Reihe auch in diesem Ausnahmejahr gerecht, ebenso wie seiner Schwerpunktsetzung auf internationale Kooperationen, besondere Konzertformate und eine konsequente Nachwuchsförderung.

Beispielhaft für letztere stehen die bewährten Masterclasses für junge Talente, die in diesem Jahr erstmals im „Impuls Campus“ zusammentreffen. Schon im Januar haben sich fünf junge Komponisten aus Argentinien, Korea, dem Iran und Deutschland virtuell mit fünf vielversprechenden Bratschen-Solisten aus Spanien, Norwegen, der Ukraine, Hongkong und Holland zusammengefunden. Im Gedanken- und Ideenaustausch fanden sich individuelle Teams zusammen, den Instrumentalisten werden die Stücke quasi auf den Leib geschrieben. In zwei zum ersten Mal parallel laufenden Workshops werden die so erarbeiteten Uraufführungen vom 7. bis 14. Oktober im Bauhaus Dessau perfektioniert, professionell angeleitet durch die in Dessau geborene Komponistin Annette Schlünz und Bratschistin Sara Rilling. Zum Abschlusskonzert unter dem Titel „Future “ wird dann am 18. Oktober um 17 Uhr in das Bauhaus Museum Dessau eingeladen.

Die titelprägende Auftragskomposition des „Impuls“-Festivals, „Void“, stammt von der Theremin-spielerin Carolina Eyck. Sie wird als Uraufführung beim Eröffnungskonzert am 14. Oktober im Steintor-Varieté Halle zu erleben sein. Aber auch in weiteren Konzerten und Workshops lässt Eyck das sphärische Instrument erklingen, unter anderem unter der Überschrift „Berührungslos berühren“ – und auch das wäre wohl ein passendes Motto für das „Impuls“ im Mindestabstandsjahr 2020 gewesen.

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