Fünf Empfänger für zweithöchste Auszeichnung
Veröffentlicht am Dienstag, 28. Januar 2020
Beim Neujahrempfang der Lutherstadt Wittenberg wurden vor wenigen Tagen fünf Instutionen und Initiativen mit dem "Lucas-Cranach-Preis 2020" ausgezeichnet. Insgesamt waren 25 Kandidaten für die nach der Ehrenbürgerwürde höchste Auszeichnung der Stadt vorgeschlagen, aus denen der Stadtrat bereits im Oktober vergangenen Jahres die fünf Preisträger auswählte.
In der Kategorie "Arbeit im Ehrenamt" wurde das Team der Notfallseelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Wittenberg augezeichnet. Seit 2006 kommen die größtenteils ehrenamtlichen Helfer zum Einsatz, wenn Kummer, Schmerz und Trauer nach Todesfällen, Suizid, Gewaltverbrechen oder anderen Katastrophen von den Hinterbliebenen oder Betroffenen schwer bewältigt werden können. Dieser Einsatz sei für die soziale Stadtgesellschaft Wittenbergs außerordentlich bereichernd und beispielgebend, so die Begründung des Stadtrates.
Der Preis für "Impulse für die Stadt" ging an den "Theaterjugendclub Chamäleon e.V.". 1998 am Mitteldeutschen Landestheater Wittenberg gegründet, führt der Club nach Schließung des Theaters sein künstlerisches Schaffen selbständig fort, seit 2006 zudem als Träger des Mehrgenerationenhauses "Harold and Maude". Der Verein kümmert sich insbesondere um Kinder und Jugendliche und hat durch seine kulturelle Integrationsarbeit einen wichtigen sozialen Treffpunkt für die verscheidenen Kulturen in der Lutherstadt geschaffen.
Empfänger in der Kategorie "Kunst und Kultur" sind die Eheleute Stefan Schneegaß und Mario Welker. Die ehemaligen Kulturschaffenden des Wittenberger Theaters gründeten 2008 das "Clack Theater", das durch den unermüdlichen Einsatz der beiden zu einer zentralen Säule der mitteldeutschen Kulturlandschaft wurde. Neben Comedy, Travestie, Lesungen, Konzerten oder Märchenproduktionen präsentiert das "Clack Theater" auch Wohltätigkeitsveranstaltungen wie die Aids-Gala, bei der mit Hilfe namhafter Künstler Spenden für die Aidshilfe gesammelt werden. Mit ihrer künstlerischen Arbeit trügen Schneegaß und Welker zudem zu einer höheren Toleranz der Wittenberger für alternative Partnerschafts- und Lebensformen bei, heißt es in der Begründung.
Mit einem Sonderpreis würdigten die Stadträte den Kunstverein "Wbmotion e.V.". Der Verein wurde 2007 durch junge Menschen gegründet, die Wittenberg eine weitere, moderne, unangepasste Facette geben wollten. Zu seinen bekanntesten Projekten zählt das Urbane Kultur-Fest, das mit haushohen Bildwerken nationaler und internationaler Graffitikünstler jährlich zur Vergrößerung der Open-Air-Galerie in der Innenstadt beiträgt. So zeige "Wbmotion" Gästen und Bewohnern eine andere, spannende Seite der geschichtsträchtigen Lutherstadt.