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Mai 2020
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Made at School
Made at School© made at school

Macht das Beste draus! "Made at School"

Veröffentlicht am Montag, 20. April 2020

Keine Bühne, keine Schule, keine Reisen – dass auch Langeweilesehr anstrengend werden kann, erfahren Viele in diesen Tagenzu ersten Mal. Es geht aber auch anders. Wie, erzählen Ihnen die LEO-Leser am besten selbst.

Eigentlich wollten drei Lehrer aus unserer Region in einem gemeinsamen Buch aus ihrem Schulalltag berichten. Kurz vor der Corona-Krise begannen sie, auch eine eigene Internetseite aufzubauen. Jetzt gibt Ihr Blog Einblicke in die Welt des „Virtuellen Klassenzimmers“ – und der April-LEO Einblicke in "Made@School".

"Schulschließung – Das soziale Leben steht still
Ein Beitrag von Juliane Hegemann

TOTAL SHUTDOWN ... eine unvorstellbare Situation ist eingetreten. Das soziale Leben ist von jetzt auf gleich quasi lahmgelegt. Und das betraf als allererstes die Schulen des Landes. Was sich so surreal und für die Kinder wie Schlaraffenland und nach Ferien anhört, ist nun Realität: Schulschließung bis vorerst zum Ende der Osterferien. Das stellt alle Familien vor eine große Heraus-forderung. Und damit meine ich nicht nur die Absicherung der Betreuung. Nein, ich rede auch von der neuen Tagesstruktur. Da es ja keine echten Ferien sind, müssen also Aufgaben vom heimischen Kinderzimmer aus erledigt werden. Und genau das hatte sich sicher keiner meiner Schüler so vorgestellt. Mama und Papa müssen die Sprösslinge mit Lernaufgaben beschäftigt halten. Die meisten Eltern sind sicher froh darüber, dass die Schulen nun Freiarbeitsprojekte pro Fach zur Verfügung stellen. Denn ... den ganzen Tag die Kids am Handy zocken lassen, YouTube aussaugen oder die Teenies in die virtuellen Kriegswelten schicken ... das ist nicht wirklich eine Option. Bisher hat die Schule von 7 bis 15 Uhr mit Stift und Block am Tisch oder echtem Schweiß im Sportunterricht noch dafür gesorgt, dass man die Kinder von den unzähligen Verlockungen der digitalen Welt fernhalten konnte. Wenigstens für diese Tageszeit. Daher folgen nun ein paar Tipps, die Familien und Lehrer*innen (wir sind zum Großteil auch alle Eltern) helfen, das Leben in den nächsten Wochen gut zu meistern.

MADE@SCHOOL Tipps für Eltern und Lehrer*innen

  1. Tagesstruktur schaffen Wir bzw. die Kinder sind es gewohnt, zeitig aufzustehen und zur Schule zu gehen und schon um 7:30 Uhr Matheaufgaben zu lösen bzw. Unterricht zu geben, wenn es draußen noch dunkel ist. Das muss allerdings um diese Zeit nicht sein. Wissenschaftler plädieren seit Jahren dafür, den Schulalltag an den natürlichen Lebensrhythmus anzupassen. Das wäre jetzt die Gelegenheit. Aber man kann zwischen 8 und 9 Uhr frühstücken und dann loslegen. Aufgaben aus 2-3 Fächern am Vormittag und Übungen vom Wochenarbeitsplan, den die Schule geschickt hat, dann nach dem Mittagessen erledigen bzw. als Lehrkraft Aufgaben erstellen, Online-Sprechstunden o.ä. anbieten.
  2. Nutzung digitaler Medien im Auge behalten Die Möglichkeiten der digitalen Medien bieten eine große Chance in dieser Zeit. Es gibt Lernvideos, Tutorials, DIYs, Dokumentationen zu allen möglichen Themen und das in vielen Sprachen. Es ist nur zu empfehlen, diese Angebote im Netz zu nutzen. Allerdings sollten Eltern darauf ein Auge haben, was die Kinder und Jugendlichen sich tatsächlich anschauen und wie sie sich im Internet bewegen.
  3. Projekte im Haus sind Lerngelegenheiten Lernaufgaben zu stellen, die in die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen passen, war schon immer mein Credo. In diesen chaotischen Zeiten ist meine Kreativität als Lehrerin umso mehr gefragt. Je nach Klassenstufe fallen mir so einige Projekte ein. Fächerverbindender und fachübergreifender Unterricht wird ab jetzt zur Selbstverständlichkeit. Das Leben außerhalb der Schule hat noch nie in Fächern funktioniert und das sollten wir uns endlich zu Nutze machen.

Einige spontane Ideen:

  • die Zimmer im Haus vermessen, Zeichnungen anfertigen, akkurat beschriften und die Flächen ausrechnen
  • Wetter beobachten oder/und 3 x am Tag die Temperatur ablesen und dann Tages- und Wochendiagramme zeichnen
  • Brieffreunde in einem anderen Land suchen, Englisch, Französisch, usw. üben und mit echten Menschen in Kontakt treten
  • via Skype Bekanntschaften in anderen Ländern finden und sprechen üben, dabei über die Kultur lernen
  • ein neues Rezept ausprobieren, Tisch hübsch dekorieren, Familie wie im Restaurant bewirten
  • Lieblingsgericht kochen oder backen und sich dabei filmen wie in einer Kochsendung
  • abends Sterne beobachten und sich darüber informieren, welche Sternbilder gerade zu sehen sind
  • Tageszeitung nach Themengebieten analysieren
  • einen Blog beginnen über das Leben in den "Coronaferien"

Die nächsten Wochen verändern das soziale Leben drastisch. Auch der Schulalltag und unser Begriff von Bildung wird sich grundlegend wandeln. Lasst euren Geist frei und übt Wertschätzung für ein wissenschaftlich nicht greifbares Phänomen: unsere Kreativität."

--> mehr davon unter: www.made-at-school.de

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